Birkenfeld – Pkt. Ötisheim

Bürgerdialog beim Netzausbau

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, alle Schritte bis zur Umsetzung des neuen Leitungsabschnitts so transparent wie möglich für Sie aufzubereiten. Zu jedem Zeitpunkt, zu dem es für Sie wichtige Informationen gibt oder Sie sich aktiv einbringen können, werden wir auf Sie zugehen und Handlungsfelder aufzeigen. Dazu werden wir unter anderem Veranstaltungen durchführen und Sie über verschiedene mediale Kanäle auf dem Laufenden halten. Für Fragen und Anregungen rund um den Leitungsneubau stehen wir Ihnen jederzeit auch persönlich zur Verfügung. Rufen Sie uns gerne an oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Auf Wunsch halten wir Sie auch gerne zum Projekt auf dem Laufenden. Dazu reicht eine kurze Bestätigung an

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Thema: Technische Umsetzung

Ist im Projekt Birkenfeld – Pkt. Ötisheim eine Erdverkabelung möglich?

Aktuell findet man Wechselstrom-Erdkabel in Deutschland vor allem im Verteilnetz auf der Nieder- und Mittelspannungsebene. Auf der Höchstspannungsebene (220- und 380-kV-Ebene) wird die Erdverkabelung aktuell in Pilotprojekten getestet. Hier müssen noch ausreichende Erfahrungen im realen Netzbetrieb gesammelt werden. Der Gesetzgeber betrachtet den Einsatz von Erdkabeln auf der Höchstspannungsebene im Wechselstrombereich entsprechend noch nicht als Stand der Technik. Deshalb hat dieser den Einsatz von Erdkabeln auf der Höchstspannungsebene zunächst auf Pilotvorhaben beschränkt. Das Leitungsbauvorhaben Birkenfeld – Pkt. Ötisheim ist keines von den gesetzlich festgelegten Pilotprojekten. Für eine Verkabelung gibt es im Projekt Birkenfeld – Pkt. Ötisheim also keine gesetzliche Grundlage, sodass dies keine Option für die Planung darstellt.

Was ist der Unterschied zwischen Stahlvollwandmasten und Stahlgittermasten? Sind Vollwandmaste das Gleiche wie Kompaktmaste?

Stahlvollwandmasten weisen insbesondere einen schmaleren Mastschaft und ein geringeres Austrittsmaß auf und können so schlanker im Erscheinungsbild wirken.

Vor diesem Hintergrund wird in Zusammenhang mit Vollwandmasten häufig auch von „Kompaktmasten“ gesprochen. Eine kompakte Bauweise ist jedoch auch bei Stahlgittermasten möglich. Dies ist abhängig von der jeweiligen Situation vor Ort sowie den technischen Anforderungen im Projekt.

Bei dem Leitungsneubau zwischen Birkenfeld und Punkt Ötisheim ist geplant, bestehende 110-kV-Leitungen abschnittsweise zurückzubauen und auf dem Gestänge der neuen 380-kV-Leitung mitzuführen. Um dies zu ermöglichen, muss die neue 380-kV-Leitung technisch entsprechend ausgelegt sein, was wiederum eine bestimmte Höhe der Masten erfordert. Wir gehen derzeit davon aus, dass die Masten eine durchschnittliche Höhe von 50 bis 80 Metern haben werden. Dies gilt sowohl für eine Ausführung als Stahlgitter- als auch Vollwandmast. Das Austrittsmaß der Mastschafte wird im Bereich von durchschnittlich 7 bis 10 Metern bei Stahlgittermasten und 3 bis 7 Metern bei Vollwandmasten liegen.

Warum möchte TransnetBW Vollwandmasten einsetzen?

Bei der Umsetzung der Neubaustrecke ist es unser oberstes Ziel, eine möglichst raumschonende Lösung zu realisieren, die sich gut in das Landschaftsbild integrieren lässt. Dabei sind wir offen für neue Technologien, die von den bisher in Deutschland üblichen Standards abweichen.

Vollwandmasten weisen insbesondere einen schmaleren Mastschaft und ein geringeres Austrittsmaß auf und können so schlanker im Erscheinungsbild wirken – aus unserer Sicht ein möglicher Ansatz, Freileitungsmaste optisch und technisch weiterzuentwickeln.

Eine Realisierung von Vollwandmasten hat Pilotcharakter im Höchstspannungsnetz von Baden-Württemberg – bislang sind Vollwandmaste im 380-kV-Bereich noch nicht anerkannte Regel der Technik in Deutschland. Mit der Umsetzung einer Pilotstrecke möchten wir Erfahrungen mit dieser Mastbauweise sammeln. Darüber hinaus möchten wir erproben, wie sich Vollwandmaste in das Landschaftsbild integrieren lassen.

Welche Vorteile bieten Vollwandmaste?

Bei beiden Mastbauformen – Stahlgitter- und Vollwandmasten – gibt es Vor- und Nachteile. Welche Bauweise sich am besten eignet, ist insbesondere von der jeweiligen Situation vor Ort abhängig.

Die optische Wirkung von Vollwandmasten obliegt der individuellen Wahrnehmung.

Wie sehen die technischen Eckdaten von Vollwandmasten im Vergleich zu Stahlgittermasten aus?


Höhe
Die Höhe richtet sich grundsätzlich nach den einzuhaltenden Abständen zum Boden und ist abhängig von der jeweiligen Situation vor Ort (unabhängig von der Mastform).

Bodenaustrittsfläche
Diese ist abhängig von der Masthöhe sowie dem jeweiligen Masttyp. Bei Vollwandmasten ist die Bodenaustrittsfläche grundsätzlich deutlich kleiner als bei Stahlgittermasten.

Fundament
Dies ist abhängig vom Masttyp sowie dem Baugrund. Bei Vollwandmasten sind die unterirdischen Fundamente grundsätzlich größer als bei Stahlgittermasten.

Elektrische und magnetische Felder/Geräusche
Elektrische und magnetische Felder sind bei kompakten Masten im Bereich des Mastes grundsätzlich etwas geringer, Geräuschemissionen sind im Gegensatz dazu etwas höher. Da die Ausladung bzw. Dimensionierung von Gitter- und Vollwandmast im Projekt Birkenfeld – Pkt. Ötisheim nahezu gleich ist, sind hier keine Unterschiede zu erwarten.

Wie hoch sind die Kosten für eine Ausführung in Vollwandmasten?

Die Kosten für eine Ausführung in Vollwandmasten sind rund doppelt so hoch wie bei einer Ausführung der gleichen Strecke in Stahlgitterbauweise.

Können Vollwandmasten im Projekt Birkenfeld – Pkt. Ötisheim zum Einsatz kommen?

Wir gehen derzeit davon aus, dass der Einsatz von Vollwandmasten bei dem Leitungsneubau zwischen Birkenfeld und Punkt Ötisheim auf einer Pilotstrecke technisch möglich ist.

Die TransnetBW wird auf nahezu der halben geplanten Leitungstrasse im Rahmen eines Pilotprojekts Vollwandmaste einsetzen.

Wer entscheidet darüber, ob und wo Vollwandmasten zum Einsatz kommen?

Wir planen derzeit im Rahmen eines Pilotprojekts Vollwandmaste einzusetzen. Die letzte Entscheidung trifft die Genehmigungsbehörde in Form des Planfeststellungsbeschlusses.

Kann man einen Vollwandmast besichtigen?

TransnetBW hat von einem Modellbauer Mastmodelle eines Stahlgitter- und eines Vollwandmastes erstellen lassen, diese werden auf allen Informationsveranstaltungen der TransnetBW im Rahmen des Projekts Birkenfeld – Pkt. Ötisheim gezeigt und können auf Wunsch und nach Rücksprache bei der TransnetBW besichtigt werden.

Eine Besichtigung von Vollwandmasten etwa bei einem anderen Übertragungsnetzbetreiber ist kaum möglich: Der Einsatz von Vollwandmasten hat Pilotcharakter für ganz Deutschland. Zwar gibt es bei anderen Übertragungsnetzbetreibern ebenfalls erste Pilotvorhaben, diese bieten allerdings keine Vergleichbarkeit zum Projekt Birkenfeld – Pkt. Ötisheim.

Thema: Trassenplanung

Warum kann Variante Grün nicht realisiert werden?

Geplanter Trassenverlauf für das Planfeststellungsverfahren

Die Ergebnisse der artenschutzrechtlichen Prüfung weisen für das Gebiet der Variante Grün eine hohe Anzahl Feldlerchen aus. Um einen Verstoß gegen die artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände gemäß §44 Abs. 1 BNatSchG zu verhindern, wäre es notwendig, entsprechende Maßnahmen zum besonderen Artenschutz (Ausgleichsmaßnahmen) durchzuführen.

Bei Variante Grün wäre damit ein hoher Aufwand zur Flächensicherung verbunden, der praktisch kaum leistbar ist und daher wenig Aussicht auf Erfolg verspricht. Neben den artenschutzrechtlichen Konflikten gibt es darüber hinaus weitere Aspekte, die gegen eine Realisierung von Variante Grün sprechen: So würde hier im Bereich des Hohbergs eine starke Annäherung an Wohnbebauung erfolgen.

Eine Bündelung mit bestehender Infrastruktur wäre nicht möglich. Es würde stattdessen ein Eingriff in einen bisher unberührten Raum vorgenommen und so ein starker Einfluss auf das Landschaftsbild erfolgen (Zerschneidung Landschaftsbild).

Zudem besteht im Bereich der Variante Grün ein erhöhtes Vogelschlagrisiko.

Im Vergleich zu den anderen Varianten hat diese Variante insgesamt die höchste Streckenlänge.

Die Untersuchungen zeigen, dass sich die genannten Konflikte durch die in das Verfahren eingebrachte Variante Rot, die südlich von Kieselbronn verläuft deutlich reduzieren bzw. vermeiden lassen.

Vor dem Hintergrund einer zusätzlichen Optimierung der Variante Rot, durch die sich das Sichtverhältnis auf die künftige Leitungstrasse verbessern lässt, stellt diese aus Sicht von TransnetBW die bessere Alternative dar.

Thema: Ausgleichsmaßnahmen

Welche Ausgleichsmaßnahmen sind erforderlich, um die Auswirkungen auf die Feldlerchen zu kompensieren?

Die Feldlerche brütet in offenen Feldfluren, das heißt, sie benötigt ein möglichst freies Umfeld. Eine Freileitung würde eine Störung des Lebensraumes der Feldlerche darstellen, sodass diese sich dort nicht mehr oder nur in einer deutlich geringeren Siedlungsdichte ansiedeln würde.

Um negative Auswirkungen auf die Feldlerche zu kompensieren ist es erforderlich, passende Ausgleichsflächen bereitzustellen, an denen sich die Feldlerche ansiedelt und sich eine Steigerung der Siedlungsdichte erzielen lässt.

Nur wenn so tatsächlich eine Erhöhung der Siedlungsdichte nachweisbar ist – also ein messbarer Erfolg eintritt – gilt die Maßnahme als wirksam. Ist dies nicht der Fall, sind weitere Maßnahmen notwendig. Dies kann eine Optimierung innerhalb der vorhandenen Ausgleichsflächen oder eine Ergänzung durch weitere Maßnahmenflächen sein.

Wie müssten die Ausgleichsflächen zur Kompensation beschaffen sein?

Die Ausgleichsflächen für die Feldlerche sollten grundsätzlich in räumlicher Nähe zum Vorhaben und zu den betroffenen Brutpaaren liegen. Darüber hinaus sollten die Ausgleichsflächen eine möglichst geringe, bestehende Siedlungsdichte aufweisen, da sich Feldlerchen nur bis zu einer maximalen Dichte in einem Gebiet ansiedeln.

Durch die Optimierung bestehender Lebensräume ist mit einer Verbesserung des Nahrungs- und Nistplatzangebots und hierdurch mit einer Bestandszunahme der Feldlerche zu rechnen. Dies kann zum Beispiel durch die Anlage von Blühstreifen, Buntbrachen oder Feldlerchenfenstern erfolgen. Möglich ist auch eine Kombination.

Für die Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen würde sich für Variante Grün für den Bezugsraum, auf den sich die Maßnahmen verteilen, ein Flächenbedarf von circa 80 Hektar ergeben.

Warum können die Ausgleichsmaßnahmen nicht umgesetzt werden? Wurde überprüft, ob entsprechende Flächen vorhanden sind?

TransnetBW hat hierzu ein Gutachten in Auftrag gegeben. Es zeigt, dass geeignete Flächen für die Ausgleichsmaßnahmen vorhanden wären.

Diese Flächen sind jedoch nicht frei verfügbar. Sie befinden sich im Eigentum beispielsweise von Landwirten und werden entsprechend genutzt.

Um die Ausgleichsmaßnahmen umzusetzen, müsste TransnetBW die Flächen dauerhaft in Anspruch nehmen. Eine landwirtschaftliche Nutzung der Flächen wäre dann deutlich eingeschränkt oder nicht mehr möglich.

Eine Enteignung als letztes Mittel zur Beschaffung von Flächen wäre rechtlich nicht möglich, da es im Verfahren Alternativen gibt, die geringere Konflikte mit dem Artenschutz aufweisen.

Thema: Umspannwerk Birkenfeld

Welche Maßnahmen werden im Umspannwerk Birkenfeld geplant?

Im Umspannwerk Birkenfeld ist der Neubau einer 380-kV-Schaltanlage geplant, die in GIS-Bauweise errichtet wird.

Hintergrund sind gestiegene Anforderungen aus den unterlagerten Netzebenen sowie der Anschluss der neuen 380-kV-Leitung Birkenfeld – Pkt. Ötisheim: Es gilt, die Leistungsfähigkeit der Anlagen zu erhöhen und den späteren Anschluss der neuen 380-kV-Leitung zu gewährleisten.

Die bestehende 220-kV-Schaltanlage wird nach den Umbaumaßnahmen zurückgebaut.

Darüber hinaus wird ein neues Betriebsgebäude errichtet, das den Entflechtungsvorschriften zwischen Verteil- und Übertragungsnetz Rechnung trägt und darüber hinaus garantiert, dass im Falle einer Störung schnell eingegriffen und der sichere Netzbetrieb wieder hergestellt werden kann.

Was ist eine GIS-Anlage?

GIS steht für gasisolierte Schaltanlage. Anders als bei einer luftisolierten Schaltanlage wird hier Gas zur Isolierung verwendet.

GIS-Anlagen haben den Vorteil, dass sie – anders als luftisolierte Schaltanlagen – besonders kompakt und platzsparend gebaut werden können.

Welches Gas wird dabei verwendet? Ist es gefährlich?

Als Isoliergas wird SF6 verwendet. SF6 ist ein farb- und geruchloses Gas, das in Reinform keine Auswirkungen auf den Menschen hat. Wird es verunreinigt, können jedoch giftige Spaltprodukte entstehen.

SF6 gehört zu den Treibhausgasen. Aus diesem Grund wird die Menge des eingesetzten Gases streng kontrolliert und überwacht.

Auch TransnetBW meldet für ihre Anlagen kontinuierlich den genauen Stand an zugeführter und zurückgegebener Gasmenge. Dabei steht die Sicherheit von Mensch und Umwelt für TransnetBW an oberster Stelle: Alle Anlagen sind technisch mit mehreren Sicherungsmechanismen ausgestattet und werden elektronisch überwacht. Wird irgendwo eine Unregelmäßigkeit festgestellt, kann so unmittelbar ein spezialisiertes Team an Fachleuten entsendet werden, das sofort eingreift.

Alle Anlagen werden laufend gewartet und geprüft. Regelmäßige Kontrollgänge durch die Mitarbeiter in den Betriebsstellen vor Ort gewährleisten darüber hinaus ein hohes Maß an Sicherheit.

Der Einsatz von SF6 im Höchstspannungsbereich ist seit vielen Jahren eine bewährte Technologie.

Könnte eine Gefahr für Anwohner entstehen, wenn zum Beispiel Gas aus der Anlage austritt?

Auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, dass ein solcher Fall auftritt, wäre die Gasmenge, die durchschnittlich in einer GIS-Anlage enthalten ist zu gering, um eine Gefahr für den Menschen darzustellen. GIS-Anlagen sind zudem in einzelne Gasräume unterteilt. Das heißt, ein Schaden an einem Gasraum, hat maximal den Austritt des Gases dieses einzelnen Gasraumes zur Folge. Dass eine komplette GIS-Anlage leerläuft, ist sehr unwahrscheinlich.

Da unsere GIS-Anlagen in der Regel eingehaust sind, würde sich der Austritt von Gasen überwiegend auf den Bereich innerhalb des Gebäudes beschränken.

Könnte eine Gefahr für Anwohner entstehen, wenn zum Beispiel Gas aus der Anlage austritt?

TransnetBW ist grundsätzlich offen gegenüber neuen Technologien. Im Moment gibt es jedoch keine ausgereiften Alternativen zum Isoliergas SF6 für den Höchstspannungsbereich.

In Untersuchungen z.B. von Herstellern sowie ersten Pilotanlagen werden Alternativen getestet. Um diese im realen Betrieb einzusetzen, fehlen jedoch noch Langzeiterfahrungen.

Thema: Nächste Schritte

Wie sehen die nächsten Schritte aus? Wie und wann kann ich mich als Bürger einbringen?

Im Herbst 2018 wurden die Antragsunterlagen für das Planfeststellungsverfahren bei der Genehmigungsbehörde, dem Regierungspräsidium Karlsruhe, eingereicht.

Im Verfahren werden die Antragsunterlagen dann über den Zeitraum von einem Monat zur öffentlichen Einsicht bei den betroffenen Städten und Gemeinden ausgelegt. Alle Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich während des Auslegungszeitraumes sowie zwei Wochen darüber hinaus in Form einer Stellungnahme an die federführende Behörde zu dem Vorhaben zu äußern.

Termine und Veranstaltungen

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