Ersatzneubau und Erweiterung Umspannwerk Pulverdingen

Wechselstrom

Für die Stromübertragung auf verschiedenen Spannungsebenen wird überwiegend Wechselstrom genutzt. Bei Wechselstrom wechselt der Strom kontinuierlich zwischen Plus- und Minuspol hin und her. Pro Sekunde erreicht er jeweils 50 Mal Minus- und Pluspol – der Strom hat also eine Frequenz von 50 Hertz. In der Stromversorgung hat sich Wechselstrom zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchgesetzt, weil er einen wesentlichen Vorteil aufweist: Die angelegte Spannung lässt sich mittels eines Transformators flexibel und verlustarm erhöhen und vermindern. So können u.a. Verteilnetze verhältnismäßig einfach an das Übertragungsnetz angeschlossen werden. Über die Hoch- und Mittelspannungsebene kann der Wechselstrom somit in die Niederspannungsebene stufenweise herauf- oder heruntertransformiert werden und so an der 230-Volt-Steckdose zuhause ankommen.


Umgang mit Immissionen

Geräusche

Geräuschentwicklung bei Freileitungen oder Umspannwerken ist für viele ein sehr wichtiges Thema. Unter bestimmten Wetterbedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit (u. a. Regen, Schnee oder Nebel) können in geringer Entfernung zur Freileitung Koronaentladungen (lat. Corona = Krone, Ring) wahrgenommen werden. Dieses als Knistern oder Brummen zu hörendem Geräusch entsteht durch eine Ionisation der Luft (Zerteilung von Luftmolekülen) durch elektrische Entladung. Bei Umspannwerken tragen manchmal die großen Kräfte des Magnetfeldes im Transformator dazu bei, dass möglicherweise ein konstanter, tiefer Brumm-Ton (Frequenz 100 Hertz) an der Anlage zu hören ist. Neben dem Transformator sind bei bestimmten Witterungsbedingungen von der Anlage auch kleine Entladungen durch Knistern, speziell bei feuchtem Wetter, zu hören.

Freileitungstrassen werden so geplant, dass die nach Technischer Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) maßgeblichen Immissionsrichtwerte eingehalten bzw. deutlich unterschritten werden.


Elektrische und magnetische Felder (EMF)

Jede elektrische Ladung ist von einem elektrischen Feld umgeben. Dieses elektrische Feld existiert bereits, wenn Elektrogeräte (u. a. Haartrockner, Bügeleisen Computer und Fernseher) mit einem Kabel an das Stromnetz angeschlossen sind. Je höher die Spannung ist, desto größer ist das elektrische Feld. Wird das Gerät eingeschaltet, d. h., der Strom fließt, entsteht zusätzlich ein magnetisches Feld. Bei Wechselstromleitungen entstehen elektrische und magnetische Wechselfelder. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass bei neu errichteten Anlagen die Möglichkeiten zur Minimierung der elektrischen und magnetischen Felder nach dem Stand der Technik auszuschöpfen sind. TransnetBW plant die Verbindung von Weinheim nach Karlsruhe so, dass gesetzliche Grenzwerte nicht nur eingehalten, sondern deutlich unterschritten werden.

Für die durch elektrische Anlagen erzeugten elektrischen und magnetischen Felder legt die 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes Grenzwerte fest.

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