Umbau des Netzknotens Kühmoos

Projektporträt

Umfang

Infolge des Ausbaus der erneuerbaren Energien und dem damit verbundenen Anstieg der Anforderungen an das Stromnetz müssen die Schaltanlagen des über 50 Jahre alten Netzknoten Kühmoos erneuert werden. Der Bedarf einer Modernisierung wurde im Netzentwicklungsplan Strom (NEP) 2035 (2021) von der Bundesnetzagentur bestätigt. Die Umsetzung des Projekts erfolgt gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion.

Innerhalb der Anlage bauen wir neue Betriebsgebäude und erneuern die 220-Kilovolt-Schaltfelder sowie die Transformatoren, die beide Spannungsebenen des Umspannwerks miteinander verbinden. Anschließend ersetzen wir die bestehenden luftisolierten 380-Kilovolt-Schaltfelder durch besonders platzsparende gasisolierte 380-Kilovolt-Schaltanlagen (GIS). Dadurch kann die Leistungsfähigkeit des Netzknoten deutlich erhöht werden, ohne über die bestehenden Anlagengrenzen hinaus neue Flächen in Anspruch nehmen zu müssen. Wir errichten zudem zwei sogenannte Blindleistungskompensationsanlagen, genannt Static Synchronous Compensator (STATCOM) und Mechanical Switched Capacitor with Damping Network (MSCDN), die bei der Spannungshaltung im Stromnetz helfen.

Außerhalb des Anlagengeländes gestalten wir die Leitungseinführungen in den Netzknoten neu. Das Ziel ist es, bisher überkreuzende Leitungsverläufe so zu entflechten, dass die Stromkreise möglichst geradlinig in die Anlage führen. So verursachen Reparaturen oder Ausfälle einzelner Stromkreise nicht mehr die Abschaltung weiterer Stromkreise. Dadurch steigt die Sicherheit des Netzbetriebs. Zur Neuordnung der westlichen Netzeinführung werden fünf Strommasten neu gebaut, während neun bisherige Masten demontiert werden können. Die Leitungen rücken dadurch von der Wohnbebauung in Egg ab. Im Osten werden sieben bestehende durch sechs neue Masten ersetzt. Insgesamt kommen wir also in Zukunft mit fünf Strommasten weniger aus als bisher. Dadurch geben wir sensible Naturräume frei und schaffen ein optisch verbessertes Landschaftsbild für die im direkten Umfeld wohnenden Bürgerinnen und Bürger.

Alle Arbeiten erfolgen im laufenden Anlagenbetrieb.

Netzknoten Kühmoos: Visualisierung des Umbaus


Ziel

Auf beiden Seiten des Umspannwerks entsteht durch die Reduktion der Mastanzahl und die Aufhebung von Leitungskreuzungen ein optisch verbessertes Landschaftsbild für die im direkten Umfeld wohnenden Bürgerinnen und Bürger. Zugleich wird die Systemsicherheit erhöht, da im Schadensfall Leiterseile nicht in darunter verlaufende Leitungen fallen können.

Weiter sorgt der Ausbau der Anlage dafür, dass das Stromnetz im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz den Anforderungen einer veränderten Energielandschaft auch weiterhin gerecht wird. Mit den Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen soll eine stetig hohe Qualität für den langfristigen Betrieb erreicht und die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg sowie über die Landesgrenzen hinaus im europäische Stromnetz weiterhin zuverlässig und kontinuierlich gewährleistet werden. Durch die Steigerung der Leistungsfähigkeit des Netzknoten wachsen insbesondere das deutsche und das schweizerische Übertragungsnetz enger zusammen.
Auf beiden Seiten des Umspannwerks entsteht durch die Reduktion der Mastanzahl und die Aufhebung von Leitungskreuzungen ein optisch verbessertes Landschaftsbild für die im direkten Umfeld wohnenden Bürgerinnen und Bürger. Zugleich wird die Systemsicherheit erhöht, da im Schadensfall Leiterseile nicht in darunter verlaufende Leitungen fallen können.

Geschichte

Der Netzknoten Kühmoos in der Gemeinde Rickenbach im Landkreis Waldshut gehört seit Jahrzehnten zu dem gewohnten Bild in der Region. Das Umspannwerk wurde im Jahr 1967 gegründet. Die Schluchseewerk AG betreibt die nahegelegenen Pumpspeicherkraftwerke Wehr und Säckingen und speist den Strom über den Netzknotenpunkt Kühmoos in das Übertragungsnetz ein. Die Übertragungsnetzbetreiber Amprion und TransnetBW stellen die Anbindung an die regionalen Verteilnetze und an das europäische Verbundnetz sicher.
TransnetBW und Amprion sind seit Anfang April 2021 die neuen Eigentümer des Netzknoten Kühmoos. Sie übernehmen jeweils 50 Prozent des Anteils der Schluchseewerk AG, die bislang mit rund einem Drittel Miteigentümerin war. Die Schaltanlagen des Umspannwerks gingen zum 1. April 2021 an TransnetBW und Amprion über. Die Gebäude und sonstigen Betriebsflächen werden am 1. Januar 2025 folgen. Bis zur vollständigen Übergabe wird die Schluchseewerk AG vor Ort weiterhin tätig sein.



Meilensteine

Am Netzknoten Kühmoos sind umfangreiche Arbeiten erforderlich, um auch in Zukunft eine leistungsfähige Stromversorgung in der Region sicherzustellen. In mehreren Schritten wird das im Jahr 1967 errichtete Umspannwerk im laufenden Betrieb erneuert.


Genehmigung

Für das Projekt Netzknoten Kühmoos ist eine Vielzahl unterschiedlicher Genehmigungen durch mehrere Behörden notwendig. Innerhalb der Anlage sind alle elektrotechnischen Bauteile – wie bspw. Transformatoren mit den zugehörigen Schaltfeldern – nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz genehmigungspflichtig. Die Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt des Landkreises Waldshut. Sonstige Gebäude unterliegen dem allgemeinen kommunalen Baurecht. Außerhalb des Werkzauns sind alle geplanten Arbeiten an unseren Stromleitungen durch ein Planfeststellungsverfahren bzw. Anzeigeverfahren zu genehmigen. Die Genehmigungsbehörde hierfür ist das Regierungspräsidium Freiburg.
Darüber hinaus wird die Netzanbindung im Westen und Osten des Umspannwerks Kühmoos angepasst und die Ausführung in Form von Planfeststellungsanträgen beim Regierungspräsidium Freiburg eingereicht.

Der Bau

Die gegenwärtig durchgeführten Erneuerungsmaßnahmen der 220-Kilovolt-Anlage werden voraussichtlich im Jahr 2025 abgeschlossen. Die Erweiterung und der Neubau der 380-Kilovolt-Anlagen im Umspannwerk Kühmoos werden nach aktueller Planung im Jahr 2023 mit vorbereitenden Arbeiten beginnen. In der Ausbaustufe A errichtet TransnetBW die erste gasisolierte 380-Kilovolt-Schaltanlage (GIS). Nach deren Inbetriebnahme wird Amprion in der Ausbaustufe B die zweite gasisolierte 380-Kilovolt-Schaltanlage errichten. Außerdem werden im Zuge der Erneuerungen Blindleistungskompensationsanlagen gebaut (STATCOM und MSCDN).

Darüber hinaus wird ab 2024 die Netzanbindung im Westen und ab 2028 die Netzanbindung im Osten des Netzknoten Kühmoos angepasst.

Das Gelände vor dem Umbau


Das Gelände nach dem Umbau

Der Umbau des Netzknoten Kühmoos hat 2021 begonnen.


Betrieb

Die Inbetriebnahme der neuen Schaltanlagen und die damit verbundenen Umbaumaßnahmen werden voraussichtlich im Jahr 2032 abgeschlossen.

Visualisierung des umgebauten Netzknoten Kühmoos


Projektbroschüre

Die Broschüre steht Ihnen nachfolgend und in der Mediathek zum Download bereit.


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