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31. Januar 2018

Übertragungsnetzbetreiber der Region Zentral-West-Europa legen regionalen Versorgungssicherheitsbericht vor

Die Übertragungsnetzbetreiber der PLEF Region (PLEF = Pentalaterales Energieforum mit den angeschlossenen Ländern Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxembourg, Niederlande, Österreich und Schweiz) haben den Versorgungssicherheitsbericht für die Europäische Region Zentral-West-Europa veröffentlicht. Der Bericht untersucht die Güte der Sicherheit der Stromversorgung für die Zeithorizonte 2018/19 und 2023/24. Für Deutschland weisen die Ergebnisse der Studie eine robuste Situation für beide Untersuchungszeiträume aus.

Der vorgelegte regionale Versorgungssicherheitsbericht führt nicht nur einen Abgleich von Erzeugung und Verbrauch für die einzelnen Länder durch. Es werden auch Synergien zwischen den Ländern der Region durch Im- und Exporte berücksichtigt. Gegenüber der ersten Auflage des Berichts, der am 5. März 2015 veröffentlicht wurde, enthält der aktuelle Bericht wesentliche Verbesserungen in der Methodik der Untersuchung. Zum einen wurde die sogenannte lastflussbasierte Marktkopplung für den ersten Zeitpunkt angewendet, um ein realistischeres Bild der tatsächlichen physikalischen Stromflüsse zu erzeugen. Zusätzlich wurde ein Flexibilitäts-Modell implementiert, das abbildet, wie sich der Verbrauch in Abhängigkeit von variierenden Preisen am Großhandelsmarkt, also die Preisabhängigkeit der Nachfrage, verändern kann. Schließlich wurden die Wetterbedingungen detaillierter im Modell abgebildet, um mehr mögliche Situationen von Erzeugung und Verbrauch untersuchen zu können.

Der Bericht zeigt eine stabile Situation der Versorgungssicherheit im ersten Untersuchungszeitraum für Deutschland. In Belgien und Frankreich ergeben sich bereits ersten Hürden, die Nachfrage zu decken. Auch für den zweiten Untersuchungszeitraum zeigt sich für Deutschland eine robuste Situation. Der prognostizierte sehr geringe LOLE (loss of load expectation) kann durch zusätzliche Maßnahmen, wie z.B. einen Kapazitätsmechanismus, abgesichert werden. Die Ergebnisse sind konsistent zur Untersuchung auf Gesamt-Europäischer Ebene. Siehe hierzu Ergebnisse der ENTSO-E MAF (mid-term adequacy forecast).

Den Übertragungsnetzbetreibern liefert der Bericht wichtige Erkenntnisse über die Herausforderungen, die durch die Energiewende in Deutschland und die damit einhergehenden Veränderungen der Erzeugungslandschaft auf sie zukommen. So können sie schon heute die Maßnahmen einleiten, die nötig sind, um auch in Zukunft das gewohnt hohe Niveau der Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Pentalaterales Energieforum (PLEF)

Dem Pentalateralen Energieforum gehören die Übertragungsnetzbetreiber aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxembourg, Niederlande, Österreich und der Schweiz an. Im Rahmen des PLEF erarbeiten die beteiligten Übertragungsnetzbetreiber gemeinsam mit den Ministerien, Regierungsbehörden, der Europäischen Kommission sowie relevanten Marktpartnern Studien zu den Themen Flexibilitäten im Strommarkt, Kapazitätsmechanismen und Versorgungssicherheit. Die länderübergreifende Kooperation der Übertragungsnetzbetreiber hat dabei einen hohen Stellenwert. Der gemeinsame Europäische Strommarkt leistet einen hohen Beitrag für die Stabilität der Versorgung der Stromkunden in und außerhalb der Region.

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