Presse­information

26. Juni 2020

Effizienteres Engpassmanagement: Übertragungsnetzbetreiber nehmen Redispatch-Abwicklungsserver (RAS) in Betrieb

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Regina König

Pressesprecherin

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26. Juni 2020, Bayreuth, Berlin, Dortmund, Stuttgart. Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben heute den ersten Bestandteil der gemeinsamen Redispatch-Plattform erfolgreich in Betrieb genommen – den sogenannten Redispatch-Abwicklungsserver (RAS). Bisher erfolgte die Durchführung von Redispatch-Maßnahmen zwischen den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) und den Betreibern von Kraftwerken und Speichern mit einer Leistung von mehr als 10 MW auf Basis regelzonenspezifischer IT-Werkzeuge. Mit der Einführung des RAS sind nun die Prozesse und Formate beim Redispatch-Abruf im gesamten Stromsystem weitgehend harmonisiert.

In einem zunehmend von volatiler Erzeugung geprägten Strommarkt ist der RAS ein Instrument, um Redispatch-Maßnahmen schneller und flexibler einleiten zu können. Die gemeinsame Redispatch-Plattform mit harmonisierten Datenformaten und Prozessen schafft die Voraussetzungen dafür, zukünftig auch Engpassmanagement mit überwiegend Erneuerbaren Energien leisten und wie im NABEG 2.0 vorgesehen in den bestehenden Redispatchprozess integrieren zu können.

Ganz konkret können mit dem RAS die Leitstellen der ÜNB-Systemführungen alle für Deutschland relevanten, verfügbaren, laufenden und in Abstimmung befindlichen Kraftwerkseingriffe sehen und bearbeiten. Dadurch können sie Entscheidungen bei der Einleitung von Redispatch-Maßnahmen einfacher abstimmen. Weiterhin werden mit der zentralen Verwaltung der Maßnahmen reibungslosere Abrechnungs- und Transparenzprozesse eingeführt.

Das zweite Teilprojekt der gemeinsamen Redispatch-Plattform ist der Redispatch-Ermittlungsserver (RES). Er wird bestehende Werkzeuge ergänzen und teilweise ablösen, mit denen die Netzsituation für planungsrelevante Zeitabschnitte prognostiziert und drohende Engpässe erkannt werden. Anhand der drohenden Engpässe ermittelt der RES aus den verfügbaren Maßnahmen diejenigen, die – unter Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Erneuerbaren-Vorrangregeln – am kosteneffizientesten sind. Mit den Berechnungsergebnissen des RES können die ÜNB prognostizierte wie auch bestehende Netzengpässe noch effizienter als heute auflösen. Der RES soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen.

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