Presse­information

7. September 2021

Zum CO2-neutralen Energiesystem – Transnet BW veröffentlicht Positionspapier zur Bundestagswahl 2021

  • Neue Bundesregierung muss bei der Energiepolitik schnell handeln
  • Dekarbonisierung wird nur gelingen, wenn Deutschland bei der Energiewende Vollgas gibt
  • Tempo beim Erneuerbaren-Ausbau und politische Unterstützung für einen raschen und entschlossenen Netzausbau nötig

Der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW skizziert in einem heute veröffentlichten Positionspapier zur Bundestagwahl 2021 einen Weg zum CO2-neutralen Energiesystem. Denn die Zeit drängt: Für die Beschleunigung der Energiewende und zum Erreichen der Klimaschutzziele müssen die notwendigen energiepolitischen Weichen gestellt werden, um das deutsche Ziel der nationalen Klimaneutralität in 2045 sowie das Ziel der europäischen Klimaneutralität bis 2050 sicher zu erreichen.

Für Dr. Werner Götz, Vorsitzender der Geschäftsführung von TransnetBW darf es ein „weiter so“ nach der Bundestagswahl nicht geben: „Ich sehe einen raschen und erheblichen Handlungsbedarf. Um Deutschland möglichst schnell klimaneutral zu machen, müssen die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut, der Netzausbau vorangebracht und klimafreundliche Technologien angereizt werden. All das erfordert auch grundlegende Anpassungen des rechtlichen Rahmens“, so Götz. Denn die Dekarbonisierung werde nur gelingen, wenn Deutschland bei der Energiewende Vollgas gebe. Steigende Strombedarfe durch die Sektorenkopplung müssten sicher gedeckt werden, damit andere Sektoren ihren Beitrag zur Senkung von CO2-Emissionen leisten könnten.

„Das bedeutet Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien! Und es erfordert politische Unterstützung für eine rasche und entschlossene Umsetzung des Netzausbaus – denn ohne ein ausreichendes Transportnetz gibt es keine stabile Stromversorgung für alle“, zeigte sich Götz überzeugt.

TransnetBW zeigt mit dem Positionspapier zur Bundestagswahl 2021 die Herausforderungen auf dem Weg zum CO2-neutralen Energiesystem auf und skizziert konkrete Maßnahmen für die nächste Bundesregierung. Das bedeutet im Einzelnen:

  • Um Veränderungen wie der zunehmenden Volatilität und den steigenden Kosten für die Systemsicherheit zu begegnen, braucht es eine klimafreundliche Systemreserve. Dabei sollen alle bisherigen Reserveinstrumente in einen „Werkzeugkasten“ gelegt werden, aus dem sich dann situativ sowohl Netz als auch Markt das passende Instrument auswählen können. Daneben braucht es Anreize für den Neubau klimafreundlicher Reserven, um vollständig aus der Kohle auszusteigen.
  • Die Sektorenkopplung soll vorangetrieben werden, indem dezentrale und verbraucherseitige Flexibilität netzdienlich genutzt wird. Über positive Preissignale und eine verstärkte Digitalisierung können dabei auch kleinere Anlagen, wie Hausspeicher oder E-Autos, zur Stabilisierung des Gesamtsystems beitragen.
  • Das Stromnetz als Nadelöhr der Energiewende muss für die Erreichung der Klimaziele rascher ausgebaut werden. Zur Beschleunigung tragen unter anderem eine klarere Öffentlichkeitsbeteiligung und zuverlässige Planungsgrundlagen bei.
  • Ein stabiler Finanzierungs- und Investitionsrahmen ist die Grundvoraussetzung für die Planbarkeit von Investitionen in eine nachhaltige Strominfrastruktur.
Nach Oben