Presse­information

31. Juli 2014

Transnet BW treibt Vorplanungen für ULTRANET weiter voran / Sieben mögliche Standorte für geplanten Konverter in vertiefter Prüfung

  • TransnetBW nimmt zahlreiche Planungshinweise für den Trassenverlauf von ULTRANET auf
  • Sieben mögliche Konverterstandorte werden vertieft geprüft
  • Weitere Informationsveranstaltungen ab Oktober in Planung

Stuttgart. Die TransnetBW hat ihre Vorplanungen für das Gleichstromprojekt ULTRANET weiter vorangetrieben. Im Rahmen dieses Projekts verantwortet die TransnetBW einen Trassenabschnitt zwischen Mannheim-Wallstadt und Philippsburg, der in Hochspannungs-Gleichstrom-Übertra-gung (HGÜ) ausgebaut werden soll. Teil des Projekts ist außerdem der Bau eines Konverters, der den übertragenen Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. In den vergangenen sechs Wochen hat die TransnetBW umfangreiche Gespräche mit den Gemeinden der Region sowie den Vertretern öffentlicher Belange geführt. Hierbei haben sich wertvolle Hinweise ergeben, die in die fortlaufenden Planungen für einen möglichen Verlauf der Trasse und einen potenziellen Konverterstandort aufgenommen werden konnten. Von den ursprünglich identifizierten 21 möglichen Konverterstandortbereichen haben sich sieben aufgrund ihrer Nähe zum Netzknoten und ihrer raumordnerischen Voraussetzungen in der Analyse als besonders geeignet erwiesen und sollen nun vertieft untersucht werden.

„Wir haben allen Gemeinden, auf deren Gemarkung potenzielle Standortbereiche für den Konverter liegen, Gespräche angeboten und waren größtenteils vor Ort, um über das Vorhaben zu informieren und Hinweise aufzunehmen“, sagt Maria Dehmer, Projektsprecherin ULTRANET bei der TransnetBW GmbH. „Gleichzeitig haben wir unsere Analyse weiter verfeinert und die Standorte in verschiedene Eignungs- kategorien eingeordnet. Nun prüfen wir vertieft die Standortbereiche, die sich in den zwei besten Eignungskategorien wiederfinden.“ Dabei handelt es sich um sechs Standortbereiche auf den Gemarkungen der Gemeinden Altlußheim, Oberhausen-Rheinhausen, Philippsburg und Waghäusel. Ein weiterer potenzieller Standort-bereich ist das Gelände des Kernkraftwerks Philippsburg. Ab Oktober sollen die nächsten Zwischenergebnisse in den Gemeinderäten der betroffenen Kommunen sowie in einem Infomarkt auch den Bürgern vorgestellt werden. Genaue Termine werden nach den Sommerferien bekannt gegeben. Die Ergebnisse der Standortanalyse finden sich unter: http://www.transnetbw.de/de/uebertragungsnetz/dialog-netzbau/osterath-philippsburg Darüber hinaus wird die TransnetBW alle Vorschläge für einen potenziellen Konverterstandort, die an sie herangetragen werden, intensiv prüfen.

Im Oktober wird die TransnetBW außerdem ihren Trassenkorridor- vorschlag in den Kommunen öffentlich präsentieren, auf deren Gemarkung ein Ersatz- oder Parallelneubau für die ULTRANET-Trasse vorgeschlagen wird. Genauere Informationen zum Trassenkorridor- vorschlag finden Interessierte unter http://www.transnetbw.de/de/uebertragungsnetz/dialog-netzbau/osterath-philippsburg

„Unser Ziel ist es, unser Vorhaben bereits während der Vorplanungs- phase transparent und offen zu kommunizieren und dafür zu sorgen, dass sich alle Beteiligten im Projektraum gut informiert fühlen“, so Projektsprecherin Dehmer. „Unser Informationsangebot wurde von den Kommunen sehr begrüßt und positiv angenommen. Jetzt gilt es, das Projekt im Dialog weiter zu entwickeln.“ Bis Ende des Jahres plant die TransnetBW, den Antrag auf Bundesfachplanung für ihren Abschnitt von ULTRANET bei der Bundesnetzagentur einzureichen. Dehmer: „Bis dahin bleibt noch viel Zeit, im gemeinsamen Gespräch offene Punkte zu klären.“

ULTRANET bildet den südlichen Teil einer der geplanten Gleichstrom-Verbindungen aus Norddeutschland in den Süden. Mit Startpunkt im Raum Osterath soll die Leitung auf ca. 340 Kilometern Länge bis nach Philippsburg reichen. Am Start- und Endpunkt ist je ein Konverter vorgesehen. Das Projekt ist 2013 als Maßnahme Nummer 2 in das vom Bundestag beschlossene Bundesbedarfsplangesetz aufgenommen worden. Die Gleichstromleitung soll ab 2019 den Wegfall der Kernenergieerzeugung am Standort Philippsburg mit einer Übertragungsleistung von zwei Gigawatt kompensieren. Als Stromleitung in HGÜ-Technik ist ULTRANET ein wichtiger Baustein, um die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen, denn mit HGÜ kann Strom über weite Strecken transportiert werden. Außerdem ermöglicht HGÜ eine verbesserte Nutzung bestehender Stromtrassen durch eine höhere Leistungsdichte. Das heißt: Mit dem Bau von HGÜ-Leitungen wird der Bedarf neuer Stromleitungen im Drehstromnetz reduziert.

ULTRANET ist ein Gemeinschaftsprojekt von TransnetBW und Amprion. Grundlage der Planungen für ULTRANET ist das erklärte Ziel der beiden Vorhabenträger, die Leitung möglichst auf bestehenden Trassen zu realisieren. So kann der Flächenverbrauch auf ein Minimum reduziert werden. ULTRANET soll gemeinsam mit bereits existierenden 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitungen auf einem Mastgestänge, einem so genannten Hybridsystem, geführt werden. Eine solche Kombination von Gleich- und Wechselstromübertragung in Form von Hybridleitungen gibt es weltweit bisher noch nicht. ULTRANET hat deshalb Pilotcharakter.

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