Innovation

Das Netz der Zukunft planen und gestalten wir schon heute. Zügige Umsetzung der Energiewende, optimale Dienstleistung für unsere Kunden, verlässliche Sicherung von Wirtschaftskraft und Lebensqualität – unsere Aufgaben sind komplex. Kontinuierliche Innovation gehört für uns deshalb ganz selbstverständlich zum täglichen Energiegeschäft. Planung und Entwicklung neuer Verfahren und Produkte, zukunftsorientierte Technologien, vielfältige Pilot- und Modellprojekte – das hält unser Unternehmen in Bewegung, daran arbeiten wir in Strategie, Forschung und Entwicklung und natürlich vor Ort. Damit wir Netz und Märkte noch besser miteinander verbinden können.

SMART SYSTEM: Wir machen das Netz intelligent

„50-80-90“ – das sind die Idealmaße der Energiewende in Baden-Württemberg: Der Energieverbrauch soll bis 2050 um 50 Prozent gesenkt und zu 80 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden, die CO2-Emission im Vergleich zu 1990 um 90 Prozent sinken. Die Energielandschaft ändert sich rasant. Die Zahl der Erzeugungsanlagen für erneuerbare Energien nimmt stetig zu. Mit Biomasse, Windparks und Fotovoltaikanlagen wird der Kraftwerkspark kleinteiliger, die Erzeugung dezentral, die Einspeisemengen volatil. Im sonnenreichen Baden-Württemberg speisen schon heute rund 300.000 dezentrale Fotovoltaikanlagen ins Netz ein, sind aber abhängig davon, ob der Wind weht oder die Sonne scheint. Gleichzeitig wird auch das Verbrauchsverhalten vielschichtiger, sei es durch E-Mobilität oder durch neue Speicherlösungen.

Bildlich gesprochen: Aus der Stromeinbahnstraße von einst ist ein dichtes Geflecht mehrspuriger Stromautobahnen geworden, stark befahren in alle Richtungen, mit Verkehrsteilnehmern unterschiedlichster Mobilität.

Damit ändert sich unser Aufgabenkatalog als Übertragungs­netzbetreiber. Mit der Menge von Akteuren im Markt und Anlagen im Netz wächst der Anspruch an Menge und Qualität unserer Steuerungsprozesse. Und an die Wahrnehmung unserer Marktaufgaben. Was wir brauchen, ist ein flexibles Netz. Deshalb bauen wir das Netz nicht nur aus, wir machen es auch intelligent. SMART SYSTEM heißt unsere Lösung für die Energiesteuerung
der Zukunft.

Innovation

SMART SYSTEM = Smart Grid + Smart Market

Über die Leitungen im SMART SYSTEM laufen nicht mehr nur Strommengen, sondern auch Informationen zur Systemsteuerung und den entsprechenden Märkten. Das Netz der Zukunft denkt mit. Dafür sorgt die enge Kooperation der Unternehmensbereiche Systembetrieb und Netzwirtschaft, die unser Übertragungsnetz mit digitaler Informations- und Kommunikationstechnik steuern und im Blick haben. Smart Grids nennen wir diese intelligenten Netze. Sie helfen uns, Stromerzeugung und Stromverbrauch immer im Gleichgewicht zu halten. Und sie unterstützen uns bei der Koordinierung der technischen und organisatorischen Kommunikation mit den Akteuren im Energieversorgungssystem – zwischen Erzeugern und Verbrauchern, Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern, zwischen nationalen und europäischen Marktteilnehmern.

Analog zu Smart Grids arbeiten wir an der Entwicklung von Smart Markets – intelligenten Märkten mit klarer Rollenverteilung und koordinierter Zusammenarbeit zwischen allen Partnern und über alle technischen Spannungsgrenzen hinweg. Neben den klassischen Akteuren im Energieversorgungssystem kommt hier erstmals der Endkunde ins Spiel, der durch Preissignale einen Anreiz erhalten soll, seinen Stromverbrauch flexibel anzupassen. Mit der Teilnahme an den Forschungsprojekten C/sells und Callia unterstützen wir die großflächige Erprobung und Demonstration intelligenter Netze in Kombination mit intelligenten Märkten. Dabei konzentrieren wir uns vor allem auf die effektive Verbindung von Smart Grids und Smart Markets – zum innovativen SMART SYSTEM.

C/sells – das Schaufenster für den Fotovoltaikmarkt von morgen

Erste intelligente Lösungen zum Gelingen der Energiewende gibt es bereits. Nun stellt sich vor allem die Frage nach einem guten Zusammenspiel aller Marktteilnehmer, über die verschiedenen Spannungsgrenzen und auch über Landesgrenzen hinweg. Um die Verknüpfung von Erzeugung, Verteilung und Verbrauch erneuerbarer Energien mit Hilfe digitaler Netzinfrastruktur weiter voranzubringen, kurz: um das intelligente Netz alltagstauglich zu machen, nehmen wir an C/sells teil, dem süddeutschen Modellprojekt eines bundesweiten Förderprogramms in Regie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)bmwi.de.

In C/sells geht es um die Einspeisung von dezentral erzeugtem Strom aus Sonnenenergie in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Hessen. Denn schon heute kommt etwa die Hälfte des Solarstroms in Deutschland aus dem Süden. In C/sells, dem „Schaufenster für intelligente Energie“, erproben wir gemeinsam mit gut 70 Partnern aus Industrie, Energiewirtschaft und Wissenschaft massentaugliche Musterlösungen zur automatisierten und koordinierten Abstimmung zwischen Netz und Markt, sowie zwischen den einzelnen Netzzellen über alle Spannungsebenen hinweg. In kleinen regionalen Einheiten, sogenannten Zellen, geht es dabei vor allem um die Verteilung von Rollen, die Wahrnehmung von gesetzlichen Vorgaben und regulatorischen Aufgaben, um Geschäftsprozesse, intelligente Messtechnologien und um grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

TransnetBW bringt sich mit acht Fachbereichen bei C/sells ein. Unsere Beteiligung ist breitgefächert und umfasst vor allem die Diskussion datenschutzrechtlicher Fragen, die zukünftige Bereitstellung von Systemdienstleistungen und die Ausgestaltung eines flexiblen Marktes. So arbeiten wir beispielsweise an der Optimierung von Lastprognosen für die Einspeiseleistung von Fotovoltaik – also für mehr Planungssicherheit bei der effizienten Nutzung von Sonnenenergie.

Callia – Europas Energieziele im Blick

Das Pendant zu C/sells auf europäischer Ebene heißt Callia. Gemeinsam mit zwölf Partnern aus Belgien, Deutschland, Österreich und der Türkei nimmt TransnetBW an dem dreijährigen EU-Projekt teil, das durch das BMWi gefördert wird. Im Zentrum steht die Frage, wie regenerative Energie künftig auch länderübergreifend auf allen Ebenen des Stromnetzes eingebunden werden kann. Derzeit findet eine grenzüberschreitende Leistungsübertragung nur im Höchstspannungsnetz statt. Ziel ist eine Stabilisierung des gesamteuropäischen Stromnetzes durch die enge Zusammenarbeit von Übertragungsnetz- und Verteilnetzbetreibern.

Wir bei TransnetBW bringen dazu das Know-how bezüglich Netzführung und Ausgestaltung des Marktes bzw. dessen Produkte für Systemdienstleistung ein. Außerdem erarbeiten wir Vorschläge für den regulatorischen Rahmen, für die Rollenverteilung im europäischen Netz und zur Entwicklung von Marktplattformen. So machen wir das Netz durch einen smarten Markt intelligent für Europa – über alle Grenzen hinweg.

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