24. Juni 2022

Transnet BW startet mit dem Neubau der 380-Kilovolt-Leitung zwischen Birkenfeld und Ötisheim

  • Versorgungssicherheit im Raum Karlsruhe/Pforzheim wird deutlich erhöht
  • Bedeutendes Projekt für die Umsetzung der Energiewende
  • Einsatz von Vollwandmasten als Ergebnis der Öffentlichkeitsbeteiligung

Mit einem symbolischen Spatenstich startete heute der Neubau der 12 Kilometer langen 380-Kilovolt-Leitungsanlage zwischen Birkenfeld und Ötisheim. Zehn Jahre nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens befindet sich das Projekt auf der Zielgeraden.

Erhöhung der Versorgungssicherheit im öffentlichen Interesse

Aufgrund der stark erhöhten Auslastung der Stromnetze im Raum Karlsruhe/Pforzheim können die bestehenden Leitungen den Anforderungen nicht mehr genügen. Bei einer planmäßigen Abschaltung eines Stromkreises der 220-Kilovolt-Leitung Daxlanden – Oberwald – Birkenfeld würde der gesamte Raum nur noch über einen einzigen Stromkreis versorgt. Ziel des Neubauprojekts der Leitung zwischen Birkenfeld und Ötisheim ist es, die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Dies geschieht durch den Anschluss des Umspannwerks Birkenfeld an die bereits bestehende 380-Kilovolt-Leitung zwischen Philippsburg und Pulverdingen. Der Anschluss erfolgt durch eine etwa 12 Kilometer lange 380-Kilovolt-Leitung, die den Rückbau von fast ebenso langen bestehenden 110-Kilovolt-Leitungen ermöglicht.

Die Notwendigkeit dieses Projekts für eine sichere Stromversorgung ist im Netzentwicklungsplan durch die Übertragungsnetzbetreiber nachgewiesen und von der Bundesnetzagentur bestätigt worden (Maßnahme P70). Das Projekt ist ebenfalls Bestandteil des Bundesbedarfsplans und damit aus Gründen eines überragenden öffentlichen Interesses und im Interesse der öffentlichen Sicherheit erforderlich (Vorhaben Nr. 35). Das Bundesbedarfsplangesetz wurde erlassen, um den Netzausbau zu beschleunigen. Dennoch hat es vom Raumordnungsverfahren, über Umweltuntersuchungen, eine intensive Öffentlichkeitsbeteiligung und das Planfeststellungsverfahren zehn Jahre gedauert.

Bedeutung für die Energiewende

„Uns allen ist heutzutage klar, dass die Zeit für die Umsetzung der Energiewende drängt. Wir möchten nicht nur klimaneutral, sondern auch bei Energieimporten weniger abhängig werden“, sagte Dr. Werner Götz, CEO von TransnetBW, beim Spatenstich und fügte hinzu: „Diese neue Leitungsanlage leistet hierzu einen entscheidenden Beitrag, denn erneuerbare Energie muss über weite Strecken transportiert werden.“ Dr. Michael Münter, Ministerialdirektor im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, pflichtete ihm bei und erklärte: „Wenn wir auf erneuerbare Energie setzen, müssen wir parallel zum massiven Ausbau ihrer Erzeugung auch das Netz entsprechend dem Transportbedarf ausbauen.“ Peter Boch, Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim, der ebenfalls zum Spaten griff, geht es vor allem um die regionale Versorgungssicherheit: „Für unsere Region ist eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur von großer Bedeutung. Damit ist dieses Projekt nicht nur im Interesse der hier ansässigen Industrie, sondern der gesamten Bevölkerung im Raum Karlsruhe und Pforzheim.“ Dem fügte Bastian Rosenau, Landrat des Enzkreises, hinzu: „In Strommasten sieht nicht jeder und jede gleich etwas Positives. Daher ist ein intensiver Dialog mit der Öffentlichkeit bei solchen Projekten sehr wichtig.“ Den hat es gegeben, so dass nun mit dem Bau begonnen werden kann. „Die Bauarbeiten werden auch nach der Inbetriebnahme noch fortgesetzt“, informiert Stefanie Schmidt (Projektleiterin bei TransnetBW) und erläutert: „Erst wenn die neue Leitung in Betrieb ist, kann mit dem Rückbau der dann nicht mehr benötigten 110-Kilovolt-Leitungsanlagen begonnen werden.“

Beteiligung führt zum Einsatz eines neuen Masttyps

TransnetBW startete bereits 2016 einen intensiven, konstruktiven und vertrauensvollen Dialog mit der Bevölkerung betroffener Kommunen sowie Trägern und Trägerinnen öffentlicher Belange, um Anregungen und Hinweise frühzeitig in den Planungen berücksichtigen zu können. Die Ergebnisse dieser Gespräche sind in einen optimierten Trassenverlauf eingeflossen. Dazu gehören das Abrücken der Trasse vom südlichen Ortsrand der Gemeinde Kieselbronn und eine Umtrassierung auf Höhe des Gewerbegebiets Obsthof I in Pforzheim, um eine Überspannung durch die neue Leitungsanlage zu vermeiden.

Aus dem Dialog mit der Öffentlichkeit resultiert auch der Einsatz von Vollwandmasten über fast die Hälfte der Leitungstrasse. Dieses Pilotprojekt mit neuem Masttyp gliedert sich in drei Abschnitte: Im ersten Abschnitt auf der Gemarkung Pforzheim sollen vier Vollwandmasten als Gemeinschaftsleitung mit Netze BW realisiert werden. Im zweiten Abschnitt von Pforzheim-Eutingen entlang der Autobahn A8 werden sieben Vollwandmasten errichtet. Im dritten Abschnitt im Bereich der Gemarkung Kieselbronn werden weitere sieben Vollwandmasten als Gemeinschaftsleitung mit DB Energie ausgeführt. Auf diesen Masten werden genauso wie im ersten Abschnitt sowohl 380-Kilovolt- als auch 110-Kilovolt-Stromkreise aufgelegt

Bildunterschrift: Oberbürgermeister Peter Boch, Ministerialdirektor Dr. Michael Münter, Projektleiterin Stefanie Schmidt, CEO Dr. Werner Götz und Landrat Bastian Rosenau (v.l.n.r.) beim Spatenstich in Pforzheim.

Claudia Halici
Claudia HaliciPressesprecherinc.halici@transnetbw.de+49 151 5177-0492