Netz­entwicklungs­plan

Inhalt

Die Umsetzung der Energiewende stellt uns vor neue Herausforderungen: Um immer größere Mengen von Strom aus erneuerbaren Energien über immer längere Strecken zuverlässig zum Verbraucher zu bringen, passen wir unser Höchstspannungsnetz kontinuierlich an: Durch Verstärkungsmaßnahmen und einen bedarfsgerechten Ausbau stellen wir zu jeder Zeit den zuverlässigen Stromtransport sicher. Die erforderlichen Projekte erarbeiten wir gemeinsam mit den anderen Übertragungsnetzbetreibern im Netzentwicklungsplan. Vor der Umsetzung durchlaufen alle Vorhaben eine gesetzlich definierte Reihe von Genehmigungsverfahren in denen eine detaillierte Untersuchung der einzelnen Maßnahmen stattfindet.

Als regional tätiger Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) plant und realisiert TransnetBW Netzausbaumaßnahmen in der eigenen Regelzone. Daneben sind wir gemeinsam mit anderen Netzbetreibern auch in die bundesweite und in die europäische Netzausbauplanung miteingebunden. Während die europäische Netzausbauplanung im Rahmen des Ten Year Network Deveolpment Plan entsoe.eu durchgeführt wird, erfolgt die bundesweite Netzausbauplanung im Netzentwicklungsplan netzentwicklungsplan.de.

Der gesetzliche Rahmen sieht seit 2012 die Erstellung eines Netzentwicklungsplans vor. Zusammen mit den drei anderen deutschen ÜNB Amprion, Tennet TSO und 50Hertz haben wir den „Netzentwicklungsplan Strom 2012“ erarbeitet. Dieser erste gemeinsame Plan beinhaltet alle Netzoptimierungs- und Netzausbaumaßnahmen, die für eine weitgehend regenerative Zukunft Deutschlands notwendig sind. Dabei gehen die deutschen Übertragungsnetzbetreiber gemäß der Grundsätze für die Planung des deutschen Übertragungsnetzes PDF/2 MB/DE vor. Seit der letzten EnWG-Novelle 2016 wird der Netzentwicklungsplan im Zweijahresturnus erstellt. Die nächste Veröffentlichung ist für 2017 vorgesehen, als „Netzentwicklungsplan 2030“.

Der Netzentwicklungsplan 2030 definiert den zukünftigen Übertragungsbedarf der Energie zwischen diversen Anfangs- und Endpunkten für das Referenzjahr 2030. Er enthält damit noch keine Aussagen zu konkreten Trassenverläufen. Diese werden erst in der Bundesfachplanung durch die Bundesnetzagentur und in der jeweiligen Raumordnung durch die Genehmigungsbehörden der Bundesländer festgelegt.

Der Netzentwicklungsplan einfach erklärt

Videocover

Weniger Flächenverbrauch:
das NOVA-Prinzip

Beim Ausbau des Übertragungsnetzes und der damit verbundenen Umsetzung von Bauprojekten arbeiten alle deutschen Übertragungsnetzbetreiber nach dem sogenannten NOVA-Prinzip: Erst wenn Optimierung und Verstärkung des bestehenden Netzes die erforderliche Übertragungskapazität nicht mehr erbringen können, wird ein Ausbau geprüft. Damit stellen wir sicher, dass ein Ausbau nur dann in Betracht kommt, wenn eine Anpassung der bereits bestehenden Infrastruktur nicht mehr ausreicht, um Versorgungssicherheit und Systemstabilität auch weiterhin zu gewährleisten.

Videocover NOVA-Prinzip

Gleichstrom-Technologie:
mehr Leistung, mehr Stabilität

Für besonders leistungsstarke Verbindungen über große Entfernungen, beispielweise vom windstarken Norden in den verbrauchsstarken Süden Deutschlands, sehen die Übertragungsnetzbetreiber im Netzentwicklungsplan den Einsatz von Gleichstrom-Verbindungen vor. Von besonderer Bedeutung ist dabei die netzstabilisierende Wirkung der Gleichstrom-Technologie: Die physikalisch-technischen Eigenschaften an den Gleichstrom-Einspeisepunkten sind vergleichbar mit denen großer Kraftwerke. Vor allem in Sachen Spannungshaltung können sie daher künftig Aufgaben zur Netzstabilisierung übernehmen, die in Baden-Württemberg bisher vor allem von den Kraftwerken in großen Verbrauchszentren geleistet wurden.

Aktiver Dialog

Die bedarfsgerechte Netzentwicklung ist ein Schlüssel zur Integration der erneuerbaren Energien und zur Sicherung der Systemstabilität in Baden-Württemberg. Dabei ist uns bewusst: Der Netzausbau gelingt nur, wenn er in der Bevölkerung Akzeptanz findet. Die rege Beteiligung von Privatpersonen, Politik, Verbänden, Unternehmen und anderen Institutionen am bisherigen Prozess ist ein ermutigendes Zeichen. Denn der Ausbau des Übertragungsnetzes wird nur dann zum Erfolg, wenn alle an einem Strang ziehen. Wir als TransnetBW wollen unseren Beitrag dazu leisten und die Energiewende aktiv mitgestalten – in und für Baden-Württemberg.

Gemäß unserem gesetzlichen Auftrag planen und bauen wir neue Leitungsmaßnahmen aus einer Hand. Es ist uns ein ganz besonderes Anliegen, von der Projektentwicklung bis zur Realisierung einen offenen Dialog mit allen Beteiligten zu führen. Wir möchten transparent und verständlich machen, was wir vorhaben, welche Folgen damit verbunden sind – und wie Bürger, Interessensvertreter oder öffentliche Institution den Netzausbau aktiv mitgestalten können.

Unser Dialog Netzbau ist Ansprechpartner für alle Themen rund um das Thema Netzbaumaßnahmen.

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