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Ein Engpass im Netz – Was ist das?

Die Übertragungsnetzbetreiber stellen die Transportkapazitäten ihres Netzes jedem Marktteilnehmer zu gleichen Bedingungen zur Verfügung. Dazu zählt auch die grenzüberschreitende Transportkapazität. Sie wird hauptsächlich von Stromhändlern benötigt, die in einem Land Strom einkaufen und in einem anderen Land wiederverkaufen möchten. Damit der Strom von einem nationalen Netz über sogenannte internationale Kuppelleitungen – das sind die Stromleitungsabschnitte, die zwei nationale Netze miteinander verbinden – in das angrenzende Netz transportiert werden kann, müssen die dafür notwendigen Kapazitäten erworben werden. Wollen Händler mehr Strom über eine Grenze handeln, als die angrenzenden Übertragungsnetzbetreiber Kapazität bereitstellen können, spricht man von einem Engpass. Die Gründe sind technischer Natur: die Transportkapazität von Stromnetzen ist per Definition begrenzt. Wichtig ist eine diskriminierungsfreie und effiziente Vergabe der freien Kapazitäten.

TransnetBW ermöglicht grenzüberschreitende Transportkapazitäten nach Frankreich, in die Schweiz und nach Österreich. Die zur Verfügung stehenden Kapazitäten werden gemeinsam mit den benachbarten Übertragungsnetzbetreibern errechnet (Kapazitätskalkulation), um sie im Anschluss an die Marktteilnehmer weiter zu geben (Kapazitätsallokation).

Regelzonenlast
in Baden-Württemberg

0MW 0

Kapazitätskalkulation

Die Übertragungsnetze in Europa sind eng miteinander verbunden. Der Strom fließt entsprechend der ohmschen Gesetze über die Netze, auch über nationale Grenzen hinweg. Die Übertragungsnetzbetreiber errechnen gemeinsam, wieviel Transportkapazität den Marktteilnehmern zur Verfügung steht. Dabei treffen sie Annahmen darüber, welche Anlagen wieviel Strom erzeugen und wieviel an welcher Stellen abgenommen wird. Die Auslastung der Netze bildet die Basis, um die verfügbare Transportkapazität für den Handel zu errechnen. Dabei betrachten die Übertragungsnetzbetreiber verschiedenen Zeithorizonte:

Grenzüberschreitende Transportkapazität – langfristig

Mithilfe gemeinsamer Verfahren wird die langfristig zur Verfügung stehende Transportkapazität errechnet. Diese dient als Basis für Jahres- oder Monatsrechte, welche Händler über Auktionen erwerben können. Die Auktionen werden heute im Wesentlichen durch das „Joint Allocation Office“ JAO jao.eu durchgeführt.

Grenzüberschreitende Transportkapazität – kurzfristig („heute für morgen“, Day Ahead)

In Zentral-Westeuropa (Central Western Europe - CWE) acer.europa.eu wird ein gemeinsames Verfahren unter Berücksichtigung der Auslastung der Netzelemente angewendet (Flow Based). Die Übertragungsnetzbetreiber in Frankreich, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Österreich und Deutschland sind hier eng miteinander verzahnt. Über ein zentrales System werden die relevanten Informationen zusammengeführt, um am Ende ein Maximum an Transportkapazität für die Märkte zu erhalten. Das geschieht unter Berücksichtigung der Grenzen der Technik und schützt damit die Systemsicherheit.

Grenzüberschreitende Transportkapazität – innerhalb eines Tages (Intraday)

Die verbleibende untertägige Transportkapazität wird über zentrale Plattformen an die Märkte weitergereicht (z.B. intraday-capacity.com).

Kapazitätsallokation

Bei der Platzierung der Kapazität an den Märkten werden im Wesentlichen zwei Methoden angewendet:

Die explizite Auktion

Hier erwerben Händler über eine Auktion das Recht, grenzüberschreitende Transportkapazitäten innerhalb eines bestimmten Zeitraums in einer bestimmten Höhe zu nutzen. Dies wird vor allem bei der Vergabe von Langfristrechten – also Monats- oder Jahresprodukten – angewendet. Dabei gibt es die Möglichkeit, das Recht physikalisch oder durch finanziellen Ausgleich zu nutzen.

Die implizite Auktion (Market Coupling)

Hier erhält eine zentrale Einheit zeitgleich die Information über den lokalen Marktpreis (vor Austausch zwischen den Märkten) und der Transportkapazität zwischen den Märkten. Die zentrale Einheit tauscht so lange Strom zwischen den Märkten aus, bis entweder die Preise identisch sind oder die Transportkapazität erschöpft ist. Diese Vorgehensweise sorgt für eine maximale Nutzung der Transportkapazität und wird vor allem im kurzfristigen Bereich (Day Ahead und Intraday) angewendet. Das Verfahren ermöglicht eine maximale Anpassung der Preise zwischen den Märkten.

Gruppen in Europa

In Europa gibt es regional geordnete Gruppen, welche eine optimale Kapazitätskalkulation und Kapazitätsallokation sichern. Die Übertragungsnetz­betreiber der Region Zentral-Westeuropa (Central Western Europe - CWE) acer.europa.eu arbeiten im Rahmen des Flow-Based-Verfahrens eng zusammen. Informationen dazu sind auf der Hompage des Joint Allocation Office (JAO jao.eu) zu finden.

Das zentrale Projekt zur optimalen Allokation mit den Strombörsen wird im Rahmen des „Multi Regional Couplings“ (MRC) betreut. Darin ist nahezu jedes Land und jeder Markt in Europa eingebunden.

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