Aufgaben und Ziele

Animation Unsere Aufgaben

Die Energielandschaft verändert sich rasant. Noch vor wenigen Jahren lag die Entfernung zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch bei durchschnittlich 80 Kilometern. Heute ist sie mit bis zu null Kilometern extrem kurz, etwa bei dezentraler Erzeugung mit Fotovoltaik auf dem Dach. Und mit gut 800 Kilometern extrem lang beim großräumigen Transport von Windstrom aus dem Norden Deutschlands in den Süden. Unser Einsatz gilt deshalb einem Übertragungsnetz, das schnell, sicher und flexibel ist. Und fit für Herausforderungen.

Wir schaffen Verbindungen

Wir bringen die Energie von der Erzeugung zum Zielort. Flächendeckend in Baden-Württemberg, innerhalb von Deutschland vor allem von Nord nach Süd und über die Grenzen hinweg in andere europäische Länder. Neben Strom aus konventioneller Kraftwerkserzeugung integrieren wir mehr und mehr die erneuerbaren Energien in das Versorgungssystem.

35 Kuppelstellen an den Grenzen unserer Regelzone verbinden das Übertragungsnetz der TransnetBW mit den Netzen der zwei angrenzenden Betreiber in Deutschland sowie mit den Netzen unserer Partner in Frankreich, Österreich und der Schweiz. Für reibungslose Energieübertragung zu unseren europäischen Nachbarn und damit für Förderung des europäischen Strombinnenmarktes sorgen wir zum Beispiel mit einem differenzierten Engpassmanagement.

Allen Partnern und Kunden stellen wir unser Netz transparent und diskriminierungsfrei zur Verfügung.

Wir sorgen für Sicherheit

Höchstspannung rund um die Uhr, kontinuierlich stabil auf der Frequenz von 50 Hertz, das ist unser Maßstab für den sicheren und störungsfreien Netzbetrieb. Dafür sorgen unsere Experten in der Hauptschaltleitung (HSL) in Wendlingen, 20 Kilometer südöstlich von Stuttgart. Die HSL, eines der modernsten Kontrollzentren seiner Art in Europa, ist das Herz unseres Übertragungsnetzes. Von hier aus wird das Netz geführt, das heißt, kontinuierlich das Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch in unserer Regelzone sichergestellt. Eine echte Herausforderung. Denn die Einspeisung von Strom aus Wind und Sonne ist nur bedingt planbar.

Zu den Aufgaben, die unsere Mitarbeiter in Sachen Netzstabilität wahrnehmen, gehören

  • die Leistungs-Frequenzregelung, also der Einsatz von Regelenergie, um europaweit stabil 50 Hertz im Netz zu gewährleisten.
  • das Fahrplanmanagement, sprich die Abstimmung der Import-, Export- und Kraftwerksfahrpläne der Stromhändler und Kraftwerksbetreiber in unserer Regelzone.
  • der Ausgleich zwischen prognostizierter und tatsächlich eingespeister Energie aus Wind und Strom.
  • der Ausgleich technisch bedingter Netzverluste beim Stromtransport.

Für das Optimum an Netzsicherheit werden alle Schaltungsplanungen der HSL Wendlingen eng mit den benachbarten nationalen und internationalen Netzbetreibern abgestimmt. Alle fünf Minuten erfolgt eine Netzsicherheitsrechnung, tägliche Lastflussprognosen für den Folgetag unterstützen unsere Systemführungsingenieure bei der Beurteilung der Netzsituation.

Gerät das Netz trotzdem mal aus dem Gleichgewicht, ist schnelles Handeln gefragt. Dann stabilisieren die TransnetBW-Experten das Netz in direkter Abstimmung mit Kraftwerken, Netzbetreibern und anderen Marktteilnehmern. Eine zentrale Maßnahme ist das Redispatching – die rasche Anpassung des ursprünglich geplanten Kraftwerkseinsatzes an die aktuelle Netzsituation. Egal, wie stark der Wind weht oder die Sonne scheint.

Maximale Sicherheit im Höchstspannungsnetz garantieren wir auch durch konsequente Instandhaltung unserer technischen Anlagen. Zum Sicherheitsmanagement bei TransnetBW gehören die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, Grundsätze unseres Unternehmens und unserer Kunden, Verkehrs- und Funktionssicherheit, der Werterhalt von Instandhaltungsobjekten und auch Belange des Umweltschutzes. Festgeschrieben ist der Prozess in unserer Instandhaltungsstrategie. Sie wird regelmäßig überprüft und täglich von unserem Netzservice in die Tat umgesetzt – ebenfalls vom Standort Wendlingen aus.

Wir übernehmen Verantwortung

Die Energiewende stellt die Übertragungsnetzbetreiber vor neue Herausforderungen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien wächst, bis zum Jahr 2050 soll ihr Anteil an der Stromversorgung bundesweit bei 80 Prozent liegen, so das politisch gewollte Ziel. Damit steigen die Anforderungen an eine zuverlässige Stromversorgung. Künftig gefragt ist eine Vielzahl von Instrumenten zur Integration der erneuerbaren Energien, für einen stabilen europäischen Strommarkt und für den technischen Gleichklang im Netz. Unsere Rolle als Übertragungsnetzbetreiber wandelt sich – vom Strom-Lieferanten zum Energie-Dirigenten.

Unsere zentrale Verantwortung gilt der Netzentwicklung und dem Netzausbau. Dafür stellen wir uns auch mit Partnern ans Pult:

  • Die Windstromleitung SuedLink planen und realisieren wir gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber TenneT. Mit rund 700 Kilometern Länge ist SuedLink das größte Infrastrukturprojekt der Energiewende: Die leistungsstarke Nord-Süd-Verbindung soll die Windenergie von den Küsten im Norden in den Süden Deutschlands transportieren. Zurzeit laufen Abstimmungen mit den sechs Bundesländern, die SuedLink durchlaufen wird. Dabei setzen wir auch auf den breitangelegten Dialog mit den Bürgern vor Ort – um die Akzeptanz für diesen zukunftsorientierten Netzausbau per Erdkabel zu stärken.
  • Das Netzausbauprojekt ULTRANET betreiben wir zusammen mit Amprion. Auch ULTRANET dient dem Transport von Windenergie (in diesem Fall aus Offshore-Windparks in der Nordsee vor Emden): Diese Strombrücke schließt die 340 Kilometer zwischen Osterath in Nordrhein-Westfalen und Philippsburg in Baden-Württemberg. Mit ULTRANET schreiben wir Zukunftsmusik: Realisiert wird das Gleichstromprojekt auf einer bestehenden Wechselstromleitung. Im Klartext: Gleichstrom und Wechselstrom werden auf derselben Freileitung ermöglicht. Vorteil dieser innovativen Lösung: Neue Leitungen oder Eingriffe in die Landschaft sind nicht erforderlich.

Darüber hinaus stellen wir uns der wachsenden Verantwortung in puncto Energiewende schon heute – jeden Tag aufs Neue. Zum Beispiel durch:

  • Systemdienstleistungen für mehr Qualität bei der Stromversorgung,
  • Engpassmanagement,
  • faire Vermarktung des in unserer Regelzone eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Energien an der Strombörse in Leipzig (im Auftrag des Gesetzgebers),
  • zahlreiche Maßnahmen für Sicherheit, Transparenz und zum Schutz unserer Umwelt.

Die Zukunft haben wir immer im Blick – mit Projekten zur Innovation und Plänen zur weiteren Netzentwicklung. Auch darin sehen wir unsere Verantwortung für das Gelingen der Energiewende – und unsere Rolle als innovative Stromdrehscheibe im Herzen Europas.

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