05. November 2026
Regionale Verteilung neuer Kapazitäten entscheidend für ein sicheres Stromsystem

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde für Langfristkapazitäten veröffentlicht. Mit dem Umbau des Stromsystems wächst der Bedarf an neuer gesicherter Leistung, die auch bei geringer Wind- und Solarstromerzeugung zuverlässig zur Verfügung steht. Entscheidend ist dabei nicht nur, wie viel neue Leistung entsteht, sondern auch, wo sie entsteht.
Dr. Werner Götz, CEO des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW, erklärt dazu:
"Die regionale Verteilung der ersten Ausschreibungsrunde kann uns nicht zufriedenstellen. Zwar sind rund 47 Prozent der bezuschlagten Leistung im netztechnischen Süden gelandet. Für die Systemsicherheit streben die Übertragungsnetzbetreiber jedoch eine Verteilung von etwa zwei Dritteln im Süden und einem Drittel im Norden an. Der netztechnische Süden ist zudem nicht mit dem geografischen Süden gleichzusetzen. Gerade in Bayern und Baden-Württemberg, wo der Bedarf besonders hoch ist, fällt das Ergebnis schwach aus. Der Süden ist als starker Industriestandort auf eine sichere Stromversorgung angewiesen. Gleichzeitig brauchen wir aufgrund der Nord-Süd-Engpässe hier neue, moderne Kraftwerksleistung, die die erforderliche Hochfahrleistung bereitstellt und die Systemsicherheit stärkt. In Baden-Württemberg wurden bislang lediglich rund 45 Megawatt reduzierte Leistung bezuschlagt. Zugleich müssen wir die überalterte Netzreserve perspektivisch durch neue, moderne Kapazitäten ablösen. Umso wichtiger ist, dass in der zweiten Ausschreibungsrunde mehr neue steuerbare Leistung im Süden zum Zuge kommt. "
