21. Oktober 2026

Wichtiger Meilenstein für die Energiewende: TransnetBW schließt Leitungsbau für ULTRANET im Abschnitt B1 ab

  • 42 Kilometer Leitungsbau für die Energiewende erfolgreich fertiggestellt
  • Anspruchsvolle Bauarbeiten, unter anderem über dem Mannheimer Rangierbahnhof, sicher und planmäßig umgesetzt
  • Wichtiger Schritt auf dem Weg zum ersten Stromfluss von ULTRANET Ende 2026.

Stuttgart. Der baden-württembergische Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW hat einen weiteren wichtigen Meilenstein für die Energiewende erreicht: Der Leitungsbau im 42 Kilometer langen Abschnitt B1 des Gleichstromvorhabens ULTRANET ist abgeschlossen. Damit sind sämtliche Arbeiten an den Masten und Leiterseilen im Projektabschnitt zwischen Mannheim-Wallstadt und Philippsburg erfolgreich umgesetzt. Der Abschluss markiert einen bedeutenden Schritt auf dem Weg zum ersten Stromfluss der Nord-Süd-Verbindung. Der Bau des Abschnitts hatte mit den vorbereitenden Maßnahmen im Oktober 2023 begonnen.

ULTRANET zählt zu den zentralen Infrastrukturprojekten der Energiewende in Deutschland. Mit Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) kann die neue Stromautobahn künftig große Energiemengen verlustarm über weite Strecken transportieren und stärkt die Versorgungssicherheit. Gleichzeitig trägt das Vorhaben dazu bei, bestehende Stromnetze effizient zu nutzen und die Integration erneuerbarer Energien weiter voranzubringen. Das Besondere an ULTRANET ist, dass die Leitung weitestgehend auf bestehenden Leitungstrassen als Gleichstromverbindung mitgeführt wird.  

„Mit dem Abschluss des Leitungsbaus im Abschnitt B1 erreichen wir einen wichtigen Meilenstein für ULTRANET. Mein Dank gilt allen Projektbeteiligten, den Generalunternehmen LTB Leitungsbau GmbH und EQOS Energie sowie allen weiteren Dienstleistern, den Kommunen und Behörden sowie den Bürgerinnen und Bürgern für die konstruktive Zusammenarbeit während der Bauphase“, so Norman Weber, Projektleiter ULTRANET.  

EQOS hatte die Zubeseilung der Leitung auf über 21 Kilometer von Heidelberg-Neurott bis Philippsburg übernommen. Die restlichen Bauabschnitte im Bereich nördlich des Umspannwerks Neurott bis nach Mannheim-Wallstadt wurden von LTB Leitungsbau realisiert. Auf einer Strecke von 16 Kilometern wurden hier bestehende Masten rückgebaut und durch neue ersetzt. Vereinzelt wurden neue Masten unmittelbar neben den Bestandsmasten gebaut. Im Bereich des Umspannwerks Neurott und des Gleichstrom-Umspannwerks (Konverter) in Philippsburg erfolgte auf insgesamt zwei Kilometern ein reiner Mastneubau.

In den vergangenen drei Jahren wurden im Abschnitt B1 umfangreiche Arbeiten an der Leitungsinfrastruktur durchgeführt. Trotz hoher technischer Anforderungen konnten die Arbeiten planmäßig umgesetzt werden. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der sicheren Durchführung der Bauarbeiten sowie auf einem möglichst schonenden Umgang mit Natur und Umwelt.  

„Eine besondere Herausforderung stellte die Umsetzung der Bauarbeiten im Bereich des Mannheimer Rangierbahnhofs dar. Dort musste ULTRANET über 37 Gleise im laufenden Bahnbetrieb errichtet werden. Diese anspruchsvollen räumlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen erforderten eine enge Abstimmung mit den beteiligten Akteuren sowie eine präzise Bauablaufplanung, um die Arbeiten sicher und termingerecht umzusetzen“, so Klaus Kaufmann, Teilprojektleiter Leitungsbau bei ULTRANET. Des Weiteren verzeichnete ULTRANET im Abschnitt B1 eine hohe Anzahl an Helikopterflügen, insbesondere um neue Leiterseile einzuziehen, die Masten mit einer Flugwarnbefeuerung auszustatten oder Flugwarnkugeln und Vogelmarker an den Leitungen anzubringen.

Mit dem Abschluss des Leitungsbaus sind die wesentlichen Arbeiten an der Freileitungsinfrastruktur im von TransnetBW verantworteten Abschnitt abgeschlossen. In den kommenden Monaten folgen Rekultivierungsmaßnahmen sowie weitere technische Arbeiten und Prüfungen, die für den Wirkleistungsbetrieb erforderlich sind. Für den 300 Kilometer langen ULTRANET-Abschnitt von Mannheim-Wallstadt bis nach Meerbusch-Osterath in Nordrhein-Westfalen ist der Übertragungsnetzbetreiber Amprion verantwortlich. Der erste Stromfluss der Gleichstromverbindung von Nordrhein-Westfalen bis Baden-Württemberg ist für Ende 2026 vorgesehen.  

Über ULTRANET
Von Meerbusch-Osterath in Nordrhein-Westfalen bis Philippsburg in Baden-Württemberg:  
Auf rund 340 Kilometern Länge realisieren TransnetBW und Amprion die Gleichstromleitung ULTRANET, über die künftig große Strommengen verlustarm in beide Richtungen übertragen werden können. TransnetBW ist für den 42 Kilometer langen Abschnitt zwischen Mannheim-Wallstadt und Philippsburg verantwortlich. ULTRANET wird als Hybridsystem realisiert: Die neue Gleichstromleitung wird zu großen Teilen auf bestehende Masten aufgelegt. Sie kann nach Fertigstellung sowohl Gleichstrom als auch Wechselstrom auf denselben Masten übertragen und ist dadurch besonders innovativ.

Weitere Informationen zu ULTRANET sind hier verfügbar: www.transnetbw.de/de/netzentwicklung/projekte/ultranet

 

Alice Dippel
Alice DippelProjektsprecherin ULTRANET
Kommunikation Projekte
a.dippel@transnetbw.de+49 711 21858 3426