29. April 2026
Freileitungsvorrang stärkt Netzausbau – Einschränkungen schaffen Unsicherheit

Stuttgart. Mit dem Beschluss des Gesetzentwurfs zur Anpassung des Bundesbedarfsplangesetzes (BBPlG) stellt die Bundesregierung die Weichen für einen schnelleren und wirtschaftlicheren Ausbau der Übertragungsnetze. Ein zentraler Bestandteil des Entwurfs ist die Einführung des Freileitungsvorrangs bei neuen Gleichstromprojekten. Aus Sicht von TransnetBW ist dies ein richtiger und notwendiger Schritt, der einen schnelleren Netzausbau ermöglicht und zugleich zu mehr Systemstabilität und Bezahlbarkeit der Energiewende beiträgt. Allerdings schafft die im Kabinettsbeschluss enthaltene Aufweichung des Freileitungsvorrangs unnötige Unsicherheiten. Dr. Werner Götz, CEO des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW, erklärt dazu:
„Der Freileitungsvorrang für neue Gleichstromvorhaben führt zu deutlich niedrigeren Kosten für den Netzausbau und somit zu einer hohen volkswirtschaftlichen Entlastung. Aus Betriebssicht kommt hinzu: Freileitungen werden für eine Nutzungsdauer von mindestens 80 Jahren errichtet, lassen sich im Störungsfall schneller reparieren und weisen insgesamt eine höhere Verfügbarkeit auf. Das stärkt die Systemresilienz und reduziert langfristig Folgekosten für Verbraucherinnen und Verbraucher.
Die nun im Gesetzentwurf enthaltenen Einschränkungen des Freileitungsvorrangs schaffen Unsicherheiten und würden die Projektumsetzung erschweren. Eine Kombination von Freileitung und Erdverkabelung bei einem Vorhaben ist nicht sinnvoll – weder bei Planung und Genehmigung noch bei Bau und Betrieb der Stromleitung.
Insbesondere die Akzeptanz – weiterhin ein zentraler Aspekt des Netzausbaus – würde bei der Kombinationsvariante leiden. Entscheidend ist jedoch, Lösungen zu wählen, die im Gesamtsystem den größten Nutzen entfalten. Ein bezahlbarer, verlässlicher und schneller Netzausbau ist die Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Ein eindeutiger Freileitungsvorrang für neue Gleichstromvorhaben im Bundesbedarfsplan setzt hierfür ein wichtiges und richtiges Signal.”
