Abschaltbare Lasten

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Regelenergie + Abschaltbare Lasten

TransnetBW GmbH

Dieter Kunstmann

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Inhalt

Mit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) vom 20. Dezember 2012 wurde seitens des Gesetzgebers die Möglichkeit geschaffen, dass zukünftig auch Anbieter von abschaltbaren Lasten für Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Netz- und Systemsicherheit vertraglich verpflichtet werden können. Hierbei bilden die Paragraphen §13 Abs. 4a und 4b EnWG die rechtliche Grundlage für weitere Spezifikation von Anforderungen, Vergütungs- sowie Kostenregelungen im Zusammenhang mit den abschaltbaren Lasten. Diese werden zusammen mit den Kriterien für eine technisch und wirtschaftlich sinnvolle Anwendung in der „Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten“ (AbLaV) weiter präzisiert.

Im Sinne dieser Verordnung werden abschaltbare Lasten als große Verbrauchseinheiten gesehen, die am Hoch- und Höchstspannungsnetz angeschlossen sind, mit nahezu konstant großer Leistung fortwährend Strom abnehmen und aufgrund der Besonderheiten ihres Produktionsprozesses auf Abruf kurzfristig und für eine definierte Mindestzeiteinheit ihre Verbrauchsleistung reduzieren können.

Gemäß der AbLaV werden die deutschen Übertragungsnetzbetreiber zukünftig eine Gesamtabschaltleistung von 3.000 Megawatt monatlich ausschreiben. Zur Teilnahme an einer Ausschreibung ist jeder Anbieter berechtigt, der über eine Abschaltleistung verfügt, die die technischen Anforderungen aus den Paragraphen §5 bis 7 AbLaV erfüllt. Die Erfüllung der Anforderungen ist im Rahmen eines Präqualifikationsverfahrens dem Übertragungsnetzbetreiber nachzuweisen.

Präqualifikation

Der für den Anschluss zuständige Übertragungsnetzbetreiber schließt gemäß der zugrundeliegenden AbLaV bundeseinheitliche Rahmenvereinbarungen mit den Anbietern von abschaltbaren Lasten in seiner Regelzone ab. Die Anbieter müssen in einem bundesweit einheitlichen Präqualifikationsverfahren nachweisen, dass die Verbrauchseinrichtungen den Präqualifikationsanforderungen der Übertragungsnetzbetreiber auf Basis der AbLaV genügen. Die einheitlichen Präqualifikationsanforderungen der deutschen Übertragungsnetzbetreiber finden Sie hier zum Download.

Formulare und Anlagen zu den Präqualifikationsunterlagen finden Sie hier

Rahmenvertrag

Für die Umsetzung der AbLaV wurde ein bundeseinheitlicher Rahmenvertrag zur Zusammenarbeit zwischen den Anbietern von abschaltbaren Lasten und dem jeweiligen Anschluss-Übertragungsnetzbetreiber erstellt. Auf Basis dieses Vertrages können zukünftig die Anbieter von abschaltbaren Lasten für Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Netz- und Systemsicherheit in den operativen Netzbetrieb im Sinne des EnWG und der AbLaV eingebunden werden.

Mit Abschluss des Rahmenvertrages werden die technischen, rechtlichen, organisatorischen, operativen und kommerziellen Rahmenbedingungen zwischen den Anbietern und den Übertragungsnetzbetreibern für die Nutzung der abschaltbaren Lasten festgelegt. Die Rahmenverträge regeln hierbei explizit das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren, die Pflichten der Vorhaltung und Erbringung sowie die Qualitäten und Abrufoptionen der abschaltbaren Lasten, sowie deren Vergütung. Wesentliche Voraussetzung für den Abschluss eines Rahmenvertrages zwischen einem Anbieter und einem Anschluss-Übertragungsnetzbetreiber ist das Durchlaufen des Präqualifikationsverfahrens für die jeweiligen abschaltbaren Lasten. Die Dokumentation eines erfolgreichen Präqualifikationsverfahrens ist Bestandteil des gültigen Rahmenvertrages. Eine Teilnahme an der Ausschreibung ist nur mit einem gültigen Rahmenvertrag möglich.

Den bundeseinheitlichen Musterrahmenvertrag mit Anlagen finden sie rechts bei den Downloads.

Dem Rahmenvertrag sind als Anlagen nachstehende Unterlagen im ZIP-Archiv beigefügt

  • Anlage 1 - Kontaktstellen des Anbieters
  • Anlage 2 - Kontaktstellen des Anschluss-ÜNB
  • Anlage 4 - bestätigte Liste der präqualifizierten abschaltbaren Lasten
  • Anlage 5 - Glossar
  • Anlage 6a - Monatsmeldung der Verfügbarkeit
  • Anlage 6b - Tagesmeldung der Verfügbarkeit
  • Anlage 6c - Statuskennzeichen für die Meldung der Verfügbarkeit
  • Anlage 7 - Beschreibung des elektronischen Kommunikationsverfahrens
  • Anlage 8 - Monatsmeldung für Abrechnungsinformationen von Netzentgelten

NEU: Teilabschaltung und Lastmanagement-Server

Ausgehend von bisherigen Erfahrungen mit Anbieter-Präqualifikationen haben die Übertragungsnetzbetreiber die Rahmenbedingungen für abschaltbare Lasten weiterentwickelt. Es werden Ergänzungsvereinbarungen zu Rahmenvertrag und Präqualifikationsunterlagen bereitgestellt, um die Teilabschaltung einer abschaltbaren Last zu ermöglichen. Dabei kann eine abschaltbare Last ausgehend von einem weitgehend konstanten und definierten Bezugswert ihre Leistungsaufnahme um die Abschaltleistung reduzieren, ohne eine Vollabschaltung herbeiführen zu müssen.

Hierfür bereitgestellte Dokumente:

Zudem haben die ÜNB im Zuge der Inbetriebnahme des Lastmanagementservers (LaMaS) Anpassungen an den IT-Anforderungen für Anbieter vorgenommen.

Für die notwendige Überarbeitung der Anlagen machen die ÜNB von ihrem Anpassungsrecht gem. § 17 (3) des Rahmenvertrages über die Vergabe von Aufträgen zur Erbringung von Abschaltleistung aus abschaltbaren Lasten Gebrauch:

  • Anlage 5 wird um die Definition der Teilabschaltung ergänzt
  • Anlage 6a wird um die Angabe der prognostizierten Mindestlast bei Teilabschaltung ergänzt
  • Das Dateiformat von Anlage 6b wird von MS Excel (XLS bzw. XLSX) in CSV (Comma Separated Value) geändert. Als Trennzeichen dient das Semikolon „;“ ( Bei Excel mit Spracheinstellung deutsch ist dies die Standard Einstellung)
  • Anlage 6c wird um weitere Statuskennzeichen ergänzt

Die Änderungen gelten ab dem 06.11.2014.

Ausschreibung

Die geplanten Termine der deutschen Übertragungsnetzbetreiber für die Ausschreibungen von abschaltbaren Lasten gem. AbLaV finden Sie in unserem Ausschreibungskalender.

Zur Teilnahme an einer Ausschreibung muss jeder Anbieter, der über eine Abschaltleistung verfügt und diese anbieten möchte, die Präqualifikation bei seinem Anschluss-ÜNB erfolgreich durchlaufen. Dies ist Voraussetzung für den anschließenden Abschluss eines Rahmenvertrages mit dem Anschluss-ÜNB.

Die Ausschreibung erfolgt auf der gemeinsamen Ausschreibungsplattform der deutschen Übertragungsnetzbetreiber

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