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Standort neckarwestheim
Eine Kompensationsdrosselspule, kurz KPDR, ist eine sogenannte „Blindleistungskompensationsanlage“, die im Höchstspannungsnetz induktive Blindleistung bereitstellt. Sie ist damit ein wichtiges Betriebsmittel in einem Umspannwerk. Während Wirkleistung den tatsächlich nutzbaren Strom darstellt, sorgt Blindleistung als nicht nutzbare Leistung dafür, die nötige Spannung konstant zu halten. Die Spannung wird benötigt, um einen kontinuierlichen Stromtransport in den Leitungen zu gewährleisten. Im Zuge der Energiewende wird von Blindleistungskompensationsanlagen ein wichtiger Teil der Aufgaben übernommen, die bisher von Kraftwerken erledigt wurden. So wird die Kompensationsdrosselspule bei einer geringeren Netzauslastung zum Beispiel in der Nacht eingesetzt. Konkret kann sie zukünftig die Systemführung dabei unterstützen, die Netzspannung insbesondere in Zeiten schwacher Lasten in den erforderlichen Grenzen zu halten.
Exkurs: Was ist Blindleistung?
Blindleistung ist die Leistung, die benötigt wird, um ein elektrisches Feld und ein magnetisches Feld zu schaffen. Ein kontinuierlicher Stromtransport ist nur möglich, wenn die entsprechenden Leitungen unter Spannung stehen. Hierfür wird ein elektrisches und ein magnetisches Feld 50-mal pro Sekunde auf- und abgebaut. Dabei wird die Energie Blindleistung genannt, die für den Aufbau der Felder notwendig ist. Damit sowohl das elektrische als auch das magnetische Feld bestehen bleiben, muss ausreichend Blindleistung zur Verfügung stehen. Ist zu viel Blindleistung vorhanden, so besteht die Gefahr, dass alle im Netz angeschlossenen Geräte geschädigt werden. Ist zu wenig Blindleistung vorhanden, so können das elektrische und das magnetische Feld nicht aufrecht erhalten bleiben. Die Folge ist, dass nicht genug Spannung im Netz vorhanden ist und kein Stromtransport über die Leitungen erfolgen kann.
Die Kompensationsdrosselspule besteht im Kern aus der Drosselspule, die auf beiden Stirnseiten von zwei Kühlaggregaten eingefasst wird. Die aus der Drosselspule nach oben zeigenden sogenannten „Durchführungen“ stellen die Verbindung zum Stromnetz her. Auf einem der beiden Kühlaggregate ist ein Ölausdehnungsgefäß befestigt, das zur Regulierung des Öls in der Drosselspule dient.
Die Gesamtlänge der Kompensationsdrosselspule beläuft sich auf rund 13 Meter, ihre Breite auf 4 Meter. Insgesamt erreicht die Anlage ca. 5 Meter Höhe.

Geräuschentwicklung bei Freileitungen oder Umspannwerken ist für viele ein sehr wichtiges Thema. Die KPDR-Anlage in Neckarwestheimentspricht dem neusten technischen Stand. Die gesamte Anlage steht in einer vollständig abgedichteten Betonwanne. Um mögliche Schallemissionen zu minimieren, ist die Kompensationsdrosselspule mit einer Schalldämmhaube ummantelt.
Im Rahmen dieses Vorhabens sind keine zu berücksichtigenden Dauerschallquellen, wie beispielsweise Transformatoren, Kompensationsdrosselanlagen (KPDR) oder Lüfter vorgesehen. Aus diesem Grund sind keine Zusatzbelastungen hinsichtlich Geräuschimmissionen durch das Vorhaben zu erwarten. Es werden alle Immissionsrichtwerte der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) eingehalten. Das Thema Immissionen wurde auch in den Genehmigungsunterlagen gemäß §49 Landesbauordnung (LBO) berücksichtigt.
Technologie
Jede elektrische Ladung ist von einem elektrischen Feld umgeben. Dieses elektrische Feld existiert bereits, wenn Elektrogeräte (u. a. Haartrockner, Bügeleisen Computer und Fernseher) mit einem Kabel an das Stromnetz angeschlossen sind. Je höher die Spannung ist, desto größer ist das elektrische Feld. Wird das Gerät eingeschaltet, d. h., der Strom fließt, entsteht zusätzlich ein magnetisches Feld. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass bei neu errichteten Anlagen die Möglichkeiten zur Minimierung der elektrischen und magnetischen Felder nach dem Stand der Technik auszuschöpfen sind. Für die durch elektrische Anlagen erzeugten elektrischen und magnetischen Felder legt die 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV) Grenzwerte fest. TransnetBW plant neue Anlagen so, dass gesetzliche Grenzwerte nicht nur eingehalten, sondern deutlich unterschritten werden.
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