Presse­information

5. Juli 2017

Kraftwerk Sonne besser nutzen: Transnet BW und Fraunhofer ISE bauen flächendeckendes Messnetz für Fotovoltaik-Erzeugung auf

  • TransnetBW und Fraunhofer ISE kooperieren für eigenes Fotovoltaik-Messnetz in Baden-Württemberg
  • Selbstentwickelte Messstationen werden flächendeckend verteilt, um im Minutentakt aktuelle Messwerte an TransnetBW-Hochrechnungssysteme zu senden
  • Kombination mit Satellitendaten ermöglicht zeitnahes und hochaufgelöstes Abbild von Erzeugung und daraus resultierender Einspeisung aus Sonnenenergie

Erneuerbare Energien spielen in der heutigen Energiewirtschaft eine tragende Rolle. Mit einer installierten Fotovoltaik-Leistung in Baden-Württemberg von rund 5.200 Megawatt (MW) ist die Sonne schon heute das größte „Kraftwerk“ im Südwesten Deutschlands. Die Erzeugung ist jedoch abhängig von Tageszeit und Wetter. Der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW treibt daher gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (Fraunhofer ISE) den Aufbau eines eigenen Fotovoltaik-Messnetzes in Baden-Württemberg voran.

Ab Mitte 2017 werden eigens entwickelte Messstationen flächendeckend in Baden-Württemberg verteilt und dauerhaft in Betrieb genommen. Diese werden im Minutentakt und in Echtzeit Messungen der Globalstrahlung, der Erzeugungsleistung und der Lufttemperatur an die Hochrechnungssysteme der TransnetBW übermitteln. Der Abstand zwischen benachbarten Messeinrichtungen wird ca. 15 bis 35 Kilometer betragen. „Die Kombination der Messwerte mit prozessierten Rasterdaten des Wettersatelliten Meteosat soll ein zeitnahes und räumlich hochaufgelöstes Abbild des momentanen Erzeugungs-Potentials und der daraus resultierenden Einspeisung von Strom aus Sonnenenergie ermöglichen “, so Dr. Elke Lorenz, Gruppenleiterin Energiemeteorologie am Fraunhofer ISE.

Ziel der Projektbeteiligten ist es, mit gebündeltem Know-how das bislang leistungsfähigste und dichteste Messnetz für Fotovoltaik-Erzeugung zu schaffen. „Für eine auch in Zukunft sichere und stabile Stromversorgung sind hochpräzise, schnelle Hochrechnungen und Prognosen sowie die daraus resultierende Stromeinspeisung in das Netz sehr wichtig“, so Dr. Philipp Guthke, verantwortlich bei der TransnetBW für die Themengebiete Prognosen und Hochrechnungen. „Hierdurch ermöglichen wir eine exaktere Vermarktung von Strom aus erneuerbaren Erzeugungseinheiten. Gleichzeitig können mögliche netzkritische Situationen rasch erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden“, so Guthke weiter.

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