SuedLink

Projektporträt

Derzeit wird ein möglicher Verlauf für SuedLink gesucht. Einen Überblick über das Projekt finden Sie hier.

Mit einer zunehmend CO2-freien Energieversorgung rücken Stromerzeugung und -verbrauch weiter auseinander. Zwar kann sich jeder Hausbesitzer mit Solarpanelen auf dem Dach und einem Batteriespeicher im Keller in hohem Maße selbst mit Strom versorgen. Aber insbesondere die großen Verbraucher und Verbraucherzentren Süddeutschlands werden immer weniger durch herkömmliche Kraftwerke versorgt, die sich in unmittelbarer Nähe befinden. Vielmehr werden die notwendigen Strommengen für städtische Ballungsgebiete und energieintensive Industriestandorte zukünftig zunehmend aus Windkraftparks vor der Küste und im windreichen Norden stammen – der Windstrom wird eben dort produziert, wo die Bedingungen am günstigsten sind. Große, überregionale Übertragungsnetze müssen den lokal produzierten Strom aus dem Norden der Republik deshalb künftig bündeln und in die Verbraucherzentren im Süden transportieren. Das gilt auch für den in Norwegen produzierten Strom aus Wasserkraft, der über NordLink nach Deutschland fließt und über SuedLink weiterverteilt wird. Als leistungsstarke Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung trägt SuedLink dazu bei, die erneuerbaren Energien besser in unser Stromnetz zu integrieren. Die erneuerbaren Energien werden aber nicht nur überall in Deutschland dezentral produziert – sie schwanken auch stark in ihrer Einspeisung. Die Gleichstromtechnik, mit der SuedLink realisiert wird, macht es möglich, flexibler auf die Schwankungen zu reagieren und Lastflüsse im Netz besser zu steuern.



SuedLink: zwei Verbindungen – integrierte Planung

SuedLink ist ein Netzausbauprojekt, das von den beiden Übertragungsnetzbetreibern TenneT und TransnetBW umgesetzt wird. Es besteht aus zwei Gleichstrom-Übertragungsleitungen zwischen Wilster und Bergrheinfeld/West sowie Brunsbüttel und Großgartach (Leingarten), die parallel geplant, gebaut und betrieben werden. In den Zuständigkeitsbereich von TenneT fallen der nördliche Vorhaben-Abschnitt sowie der Konverter in Bergrheinfeld/West. TransnetBW ist für den südlichen Vorhaben-Abschnitt verantwortlich. 2015 wurde gesetzlich ein Erdkabelvorrang für alle Gleichstrom-Übertragungsleitungen beschlossen. SuedLink wird damit zu 100 Prozent als Erdkabel geplant.



Verfahren

Netzentwicklungsplan und Bundesbedarfsplan

Die energiewirtschaftliche Notwendigkeit von SuedLink wird seit 2012 im Netzentwicklungsplan (NEP) bestätigt. Im NEP sind alle notwendigen Um- und Ausbaumaßnahmen im deutschen Stromnetz enthalten, damit die Energieversorgung auch in Zukunft deutschlandweit gesichert ist. Alle zwei Jahre wird der Plan gemeinsam von den vier Übertragungsnetzbetreibern entworfen und durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) geprüft. Die BNetzA bestätigt im Anschluss alle Maßnahmen, die sie als notwendig anerkennt. Auf dieser Grundlage wird ein Bundesbedarfsplan formuliert und von Bundestag und Bundesrat verabschiedet ( Bundesbedarfsplangesetz - BBPlG). Im Bundesbedarfsplan aufgenommene Vorhaben haben nach Ansicht des Gesetzgebers eine vordringliche energiewirtschaftliche Notwendigkeit für einen sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb.

Bundesfachplanung und Planfeststellungsverfahren

Mit der Aufnahme in das Bundesbedarfsplangesetz (BBPIG) ist der Bau von SuedLink mit seinen Netzverknüpfungspunkten rechtsverbindlich festgeschrieben. Vor dem Baubeginn findet ein umfangreiches Planungs- und Genehmigungsverfahren statt, das aus zwei aufeinanderfolgenden Teilen besteht: der Bundesfachplanung und der Planfeststellung. Die Bundesnetzagentur ist die genehmigende Behörde.

Umfassende Information und Beteiligung der Öffentlichkeit von Anfang an

Im Vorfeld der Bundesfachplanung haben renommierte Planungsbüros, die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) SuedLink, im Auftrag von TenneT und TransnetBW erste Vorschläge für Erdkabel-Korridore entwickelt. Dabei setzten die Vorhabenträger auf eine frühzeitige und umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit. Auf Basis von 7.000 eingereichten Hinweisen haben die Fachplaner der ARGE SuedLink die Vorschläge für Erdkabel-Korridore mit Blick auf die Belange von Mensch und Umwelt angepasst und weiter optimiert. Die veränderten Erdkabel-Korridorvorschläge wurden als Bestandteil des Antrags nach § 6 Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) zur Eröffnung der Bundesfachplanung eingereicht.

Schritte der Bundesfachplanung

Zum Auftakt der Bundesfachplanung konnten Träger öffentlicher Belange, Vereinigungen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von Antragskonferenzen ihre Stellungnahmen und Hinweise zu den vorgeschlagenen Erdkabel-Korridoren einbringen. Auf Basis dieser Informationen legte die BNetzA fest, welche Korridore im weiteren Verfahren vertieft auf ihre Eignung hin untersucht werden sollten.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen, die Unterlagen nach § 8 NABEG , wurden von den Vorhabenträgern ab Ende Februar 2019 eingereicht. Sie enthalten neben ausführlichen Analysen zur Raum- und Umweltverträglichkeit einen 1.000 Meter breiten Vorschlagskorridor für SuedLink, der die geringsten Auswirkungen auf Mensch und Natur erwarten lässt. Auf anschließenden Erörterungsterminen im Sommer 2019 konnten Träger öffentlicher Belange sowie Bürgerinnen und Bürger zuvor eingereichte Stellungnahmen und Einwände zusammen mit der BNetzA und den Vorhabenträgern diskutieren. Auf Basis der Untersuchungsergebnisse der ARGE SuedLink und der Öffentlichkeitsbeteiligung entscheidet die BNetzA ab Anfang 2020 über den verbindlichen Kabel-Korridor nach § 12 NABEG. Mit der Entscheidung endet die Bundesfachplanung.

Planfeststellungsverfahren: Auf der Suche dem konkreten Leitungsverlauf

Im zweiten Schritt des Genehmigungsverfahrens, dem Planfeststellungsverfahren, wird innerhalb des festgelegten 1.000 Meter breiten Korridors nach einem grundstücksgenauen Verlauf für die SuedLink-Kabel gesucht. Den Start markiert die abschnittsweise Einreichung des Antrags auf Planfeststellungsbeschluss nach § 19 NABEG bei der BNetzA . Auf Grundlage vertiefender Raum- und Umweltuntersuchungen enthält der Antrag einen ersten Vorschlag für einen möglichen Leitungsverlauf sowie Alternativen. Bereits eingereichte Anträge finden Sie hier auf unserer Website. Im Anschluss an die Einreichung der Antragsunterlagen veranstaltet die Behörde Antragskonferenzen für Bürgerinnen und Bürger, Träger öffentlicher Belange sowie Vereinigungen. Auf Basis der Öffentlichkeitsbeteiligung und weiterer vertiefender Untersuchungen durch TenneT und TransnetBW entscheidet die BNetzA zum Ende des Planfeststellungsverfahrens über den konkreten Verlauf für SuedLink.

SuedLink ist ein Pilotprojekt von BESTGRID

Nicht nur Deutschland, sondern auch die übrigen EU-Mitgliedstaaten stehen vor der Nicht nur Deutschland, sondern auch die übrigen EU-Mitgliedstaaten stehen vor der Aufgabe, das Stromnetz so zu modernisieren und auszubauen, dass der Übergang ins Zeitalter der erneuerbaren Energien gelingt. Ein Schlüsselfaktor für die zügige Planung und Umsetzung der notwendigen Stromverbindungen ist eine frühe und umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit. Hier setzt BESTGRID an – ein europäischer Zusammenschluss aus Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaft und Wissenschaft. Gemeinsam werden neue Wege bei der Projektkommunikation und der Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure konzipiert und umgesetzt. SuedLink ist als Pilotprojekt aufgenommen worden. BESTGRID wird gefördert durch die Europäische Kommission.
Mehr Information erhalten Sie hier: www.bestgrid.eu



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