Ultranet

Projektportrait

Überblick


ULTRANET ist ein Netzausbauprojekt der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW und Amprion. Um die dicht besiedelten Räume im Westen und Südwesten Deutschlands zu schonen, haben die Projektpartner ein innovatives Planungsprinzip festgelegt: ULTRANET soll weitestgehend auf bestehenden Leitungstrassen als Gleichstromverbindung mitgeführt werden. Zur Mitführung von ULTRANET werden auf die bestehenden Leitungen zum Beispiel zusätzliche Leiterseile aufgelegt, Isolatoren getauscht oder auch Masten erhöht. An wenigen Stellen soll für ULTRANET ein Ersatz- oder Parallelneubau realisiert werden.

ULTRANET ist rund 340 Kilometer lang und reicht von Osterath in Nordrhein-Westfalen bis nach Baden-Württemberg. TransnetBW ist für den rund 42 Kilometer langen Abschnitt B1 zwischen Mannheim-Wallstadt und dem Netzverknüpfungspunkt Philippsburg verantwortlich.


Das Besondere: Zum Einsatz kommen Hybridmasten, über die sowohl Gleich- als auch Wechselstrom transportiert werden. In Osterath und Philippsburg werden je ein Gleichstrom-Umspannwerk errichtet. Die Übertragungskapazität wird 2.000 Megawatt bei einer Spannungsebene von ± 380 kV Gleichstrom (DC) betragen.


Bis 2025 soll ULTRANET durch den Korridor A Nord bis nach Emden an die Nordseeküste verlängert werden.

Projektphasen


Bis voraussichtlich Ende 2024 soll ULTRANET gebaut sein, damit ausreichend Strom zur Versorgung des Südens bereitgestellt werden kann. Das ist ein enger Zeitrahmen, dessen Einhaltung auch davon abhängt, wie schnell die formellen Verfahren durchgeführt werden können. Dieser Zeitraum ist in mehrere, aufeinander folgende Projektphasen unterteilt:


Bedarf


Erneuerbare Energien sollen bis 2050 mindestens 80% der Stromversorgung in Deutschland decken. Die Energiewende ist eine große Herausforderung für die Strominfrastruktur und damit auch für die Versorgungssicherheit.

Die Stromerzeugungskapazitäten werden vor allem in norddeutschen Windparks aufgebaut, während die großen Verbrauchszentren im Süden liegen. Das Ungleichgewicht zwischen dem zunehmenden Stromangebot in Norddeutschland und der weiterhin hohen Stromnachfrage im Süden wird sich weiter verschärfen, wenn die Kernkraftwerke bis 2022 vom Netz gehen.

Um die Versorgungssicherheit der Bevölkerung und der Industrie im Süden zu erhalten und die elektrische Energie aus dem Norden abzutransportieren, ist der Ausbau der Strominfrastruktur dringend erforderlich. Das heute existierende Wechselstrom-Höchstspannungsnetz ist absehbar nicht ausreichend für die Anforderungen der Energiewende. Neue Leitungen in Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung sollen deshalb den Strom verlässlich dahin transportieren, wo er gebraucht wird. Zu diesen neuen Stromverbindungen gehört auch ULTRANET, das als Vorhaben Nr. 2 (Korridor A Süd) im Bundesbedarfsplangesetz verankert ist.

Weitere Infos: netzentwicklungsplan.de



Abschnitte

Um das formelle Verfahren zu erleichtern und zu beschleunigen, ist ULTRANET in Streckenabschnitte unterteilt.


Für die Genehmigungsverfahren – Bundesfachplanung und Planfeststellungsverfahren – wurden fünf Genehmigungsabschnitte (A-E) gebildet.

Als Gemeinschaftsprojekt der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW und Amprion sind diese Abschnitte zwischen den beiden Projektpartnern aufgeteilt.

  • A: Riedstadt – Wallstadt (Amprion)
  • B: Wallstadt – Philippsburg (TransnetBW)
  • C: Osterath – Rommerskirchen (Amprion)
  • D: Weißenthurm – Riedstadt (Amprion)
  • E: Rommerskirchen – Weißenthurm (Amprion)


Geplanter Trassenverlauf im Abschnitt B1

Der geplante Trassenverlauf in Abschnitt B1 hat eine Länge von ca. 42 Kilometern. Auf rund der Hälfte der Gesamtstrecke kann ULTRANET in Form einer Zubeseilung auf einer bereits bestehenden Anlage realisiert werden. Auf insgesamt ca. 16 Kilometern werden bestehende Leitungsanlagen zurückgebaut und durch neue Anlagen ersetzt. Ein Parallelneubau zu bereits bestehenden Anlagen ist in Abschnitten auf zusammen rund 2,7 Kilometern notwendig. Im Bereich des Umspannwerks Neurott und auf dem Krafwerksgelände in Philippsburg wird auf einer Länge von insgesamt 2 Kilometern ein Anlagenneubau erforderlich.


Aktueller Stand

Leitung:


Im August 2019 hat die TransnetBW den Antrag auf Planfeststellung nach § 19 Netzausbaubeschleunigungsgesetz bei der Bundesnetzagentur gestellt.

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens legt die Bundesnetzagentur unter Einbezug aller privaten und öffentlichen Interessen wichtige Details der zukünftigen Höchstspannungsleitung fest.

Hierzu hat die Bundesnetzagentur im Oktober 2019 eine öffentliche Antragskonferenz in Hockenheim durchgeführt. Aufgrund der im Rahmen der Antragskonferenz gewonnenen Erkenntnisse hat die Bundesnetzagentur im November 2019 den Untersuchungsrahmen festgelegt.

Aktuell arbeitet TransnetBW diesen Untersuchungsrahmen ab. Dieser legt die Inhalte der Planfeststellungsunterlagen nach § 21 Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) fest.


Gleichstrom-Umspannwerk Philippsburg:


Bereits im Frühjahr 2019 haben wir mit den bauvorbereitenden Maßnahmen auf der Baustelle für das geplante Gleichstrom-Umspannwerk (technisch: Konverter) in Philippsburg begonnen.

Um den Standort im Tiefgestade gegen Hochwasser zu sichern, muss TransnetBW das Gelände vor dem eigentlichen Baubeginn des Gleichstrom-Umspannwerks um rund vier Meter erhöhen.

Am 26. März 2020 hat das Landratsamt Karlsruhe der TransnetBW die Genehmigung für den Bau des Gleichstrom-Umspannwerks am Standort Philippsburg nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) erteilt.

Am 16. September 2020 legte TransnetBW-Geschäftsführer Dr. Werner Götz gemeinsam mit Andreas Feicht, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, und Franz Untersteller, dem baden-württembergischen Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, den Grundstein für das Gleichstrom-Umspannwerk. Zu den Ehrengästen und Rednern gehörten auch der Bürgermeister der Stadt Philippsburg, Stefan Martus, sowie Jörg Michels, Vorsitzender der Geschäftsführung der EnBW Kernkraft GmbH, und Rainer Theobald, Head of Finance Large Transmission Solutions bei Siemens Energy.

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