Ersatzneubau und Erweiterung Umspannwerk Pulverdingen

Massnahmen

Für eine sichere Energieversorgung

Aufgrund des Alters und der Anlagentopologie kann die bestehende 380-kV-Schaltanlage nicht nach aktuellem TransnetBW-Standard erweitert werden. Eine Erneuerung ist notwendig, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Diese Anforderungen betreffen die Kurzschlussfestigkeit, die Übertragungskapazität sowie die Regelung der Spannung im Stromnetz.

Das erneuerte Umspannwerk aus der Vogelperspektive


Vorbereitende Maßnahmen

Vorbereitende Maßnahmen sind notwendig, um den Netzbetrieb während der Bauzeit zu gewährleisten. Das können zum Beispiel Bodenarbeiten sein.

Ertüchtigungsmaßnahmen

Zwischen November 2020 und Dezember 2024 finden Ertüchtigungsmaßnahmen in der 380-kV-Schaltanlage statt. Das Betriebsgebäude wurde bereits im Februar 2022 fertiggestellt. Der neue Transformator konnte Ende des Jahres 2021 in Betrieb genommen werden. Nun wird die Leittechnik der Schaltfelder schrittweise modernisiert. Damit sind die Weichen für das künftige Zusammenspiel zwischen der bestehenden und der erneuerten 380-kV-Schaltanlage gestellt.

Geländeregulierung

Die vorbereitende Maßnahme Geländeregulierung umfasst Erd-, Tiefbau- und Straßenbauarbeiten, durch die ein möglichst ebenes Gelände hergestellt wird. Bevor diese Arbeiten starten können, werden zwischen März und Oktober 2022 vorbereitende Maßnahmen auf dem Baufeld durchgeführt. Das notwendige Grundstück für das neue Umspannwerk wurde bereits 2021 erworben. Die Bauarbeiten starten im Juni 2022 und werden voraussichtlich im Herbst 2023 abgeschlossen sein.

Erneuerung und Erweiterung des Umspannwerks im laufenden Betrieb

Die Erneuerung der 380-kV-Schaltanlage im Umspannwerk Pulverdingen umfasst


Darüber hinaus sind eine 380-kV-Kompensationsdrosselspule und eine 380-kV-Kompensationskondensator-Anlage für die Blindleistungskompensation vorgesehen. Eine 380-kV-Kabelverbindung zwischen dem 380-kV/220 kV-Transformator und dem zugehörigen 380-kV-Schaltfeld ist ebenfalls eingeplant.

Leitungseinführungen

Nach den Vorbereitungen folgt die Leitungseinführung in drei Schritten mit jeweils eigenem Genehmigungsverfahren. Dafür sind teils mehrjährige Freileitungsprovisorien notwendig, die einen sicheren Betrieb der Schaltanlage während der Bauzeit gewährleisten. Die Bauzeit beträgt nach aktuellem Zeitplan etwa acht Jahre und endet voraussichtlich Ende des Jahres 2031.

Leitungseinführung in drei Schritten:


Schritt 1: Leitungseinführung Süd – vorgezogene Maßnahme zur Baufeldfreimachung

  • Verlegung von drei 110-kV-Kabelendmasten im Süden des Umspannwerks. Nur so kann das Baufeld für die darauffolgenden Arbeiten an der 380-kV-Schaltanlage zur Leitungseinführung Süd (siehe Schritt 3) umgesetzt werden.
  • Erdkabelanbindung an die neuen Kabelendmasten sowie statische Überprüfung und eventuell Verstärkung von zwei 110-kV-Masten

Schritt 2: Leitungseinführung Nord

  • Rückbau von fünf Masten
  • Neubau von vier Masten
  • statische Überprüfung und gegebenenfalls Verstärkung von vier weiteren Masten

Schritt 3: Leitungseinführung Süd

  • Neubau von fünf 380-kV-Masten
  • eventuelle Verstärkung von zwei Bestandsmasten



Bestand und Planung

Das Gelände vor dem Umbau

Derzeit verfügt der Standort Pulverdingen über eine 110-, eine 220- sowie eine 380-kV-Schaltanlage. Die 220- und die 380-kV-Schaltanlage befinden sich im Eigentum der TransnetBW. Die 110-kV-Anlage ist Eigentum der Netze BW.

Das Gelände nach dem Umbau

Zukünftig verfügt der Standort über eine 110-, über eine teilweise zurückgebaute 220-kV- und über eine erweiterte 380-kV-Schaltanlage. Die 110-kV-Schaltanlage gehört auch künftig der Netze BW.

3D-Visualisierung

Das erneuerte Umspannwerk aus der Vogelperspektive


Genehmigungsverfahren

Für die Erweiterung und Erneuerung des Umspannwerks hat TransnetBW im Dezember 2021 einen Antrag beim Landratsamt Ludwigsburg eingereicht. Für die Leitungseinführungen werden die notwendigen Umbaumaßnahmen in drei Schritten zwischen 2022 und 2024 beim Regierungspräsidium Stuttgart beantragt.
Mehr zum Genehmigungsverfahren finden Sie hier.

Nach Oben