Umspannwerk Stalldorf

projekttagebuch

Mit dem Projekttagebuch halten wir Sie auf dem Laufenden: Unser Projektteam informiert Sie regelmäßig über den aktuellen Baufortschritt, gibt Einblicke hinter die Kulissen und teilt Wissenswertes rund um das Umspannwerk Stalldorf.

Juli/August 2026

Auf Spurensuche - Was der Boden über die Vergangenheit verrät

Wer über die Grabungsfläche am Umspannwerk Stalldorf blickt, sieht zunächst vor allem Erde, für uns ist sie aber voller Hinweise. Wo sich der Boden verfärbt oder seine Struktur ändert, könnten Menschen vor langer Zeit gewohnt, gebaut oder etwas zurückgelassen haben.

Zunächst trägt ein Bagger die obere Erdschicht ab, bis Verfärbungen und andere Spuren sichtbar werden. Anschließend legen wir auffällige Gruben und Pfostenlöcher von Hand frei und untersuchen größere Gruben abschnittsweise. Dabei lässt sich an den freigelegten Seitenwänden ablesen, aus welchen Schichten eine Grube besteht und wie sie später verfüllt wurde. Wir halten zusätzlich die Lage, Form und Schichten mit Fotos, Messungen und Beschreibungen fest, bevor weitere Erde abgetragen wird, so bleibt später nachvollziehbar, was wir beim Graben freilegen.

Ein besonders spannender Fund ergab sich aus der Verfüllung eines Grubenhauses, so nennt man Häuser, deren Boden tiefer lag als das damalige Gelände. Dort kamen mehrere kleine Bronzefragmente zum Vorschein, die vermutlich zu einer Schlangenfibel gehören. Diese Gewandnadeln dienten dazu, Kleidung zu verschließen. Nach der bisherigen Einordnung könnte sie aus der Zeit zwischen etwa 620 und 530 vor Christus stammen, die genaue Bestimmung der Fragmente steht aber noch aus.

In einer anderen Grube fanden wir einen fast vollständig erhaltenen Armreif aus Bronze. Außerdem kamen zahlreiche Scherben von Koch- und Vorratsgefäßen zutage. Eine besonders fundreiche Grube enthielt auch viel verbrannten Lehm, da sie nahe bei anderen Gargruben liegt, könnte auch sie zum Garen genutzt worden sein.

Jeder Fund ist ein kleines Puzzleteil. Erst wenn wir Lage, Schichten und Gegenstände gemeinsam betrachten, entsteht nach und nach ein Bild davon, wie Menschen hier vor rund 2.500 Jahren gelebt und gearbeitet haben.

Benedict Thomas(M. A.) Archäologe, Grabungsleiter

Impressionen

Einblicke aus dem archäologischen Team

© TransnetBW

© TransnetBW

© TransnetBW

© TransnetBW

© TransnetBW

01. Oktober 2025

EIN TAG ZUM ERINNERN - TAG DES OFFENEN UMSPANNWERKS

Wie funktioniert eigentlich ein Umspannwerk und welche Rolle spielt Stalldorf in der regionalen Energieinfrastruktur? Diese und viele andere Fragen haben die Projektleiter Daniel Schlichting und Manuel Di Talia sowie unsere Kollegen vom Anlagenbetrieb während zahlreicher Führungen geduldig beantwortet.

Am Samstag, 27. September 2025 haben wir im Rahmen des Tag des offenen Umspannwerks die Tore für zahlreiche Besucherinnen und Besucher geöffnet. Die Neugier und das große Interesse haben das gesamte Projektteam richtig beeindruckt – von technischen Details bis hin zu Fragen rund um die Energiewende war alles dabei. 

Besonders gefreut hat mich, dass auch die Kleinsten voll auf ihre Kosten kamen: Taschen bemalen, Stromkreise basteln und Mini-Ausgrabungen. Das Kinderprogramm war der Hit! Frische Waffeln, heißer Kaffee vom Coffee Bike und Deftiges vom Foodtruck haben dafür gesorgt, dass niemand hungrig nach Hause musste. 

In einem eigenen Bereich konnten sich Interessierte über die geplante Erweiterung des Umspannwerks und die E-STATCOMs informieren. Unser Fachteam war quasi im Dauereinsatz. Die Gespräche waren intensiv, aber konstruktiv. Auch ich war den ganzen Tag über im Austausch und hoffe, dass wir nicht nur einen unvergesslichen Tag im Umspannwerk ermöglichen sondern auch die ein oder andere Frage beantworten konnten. 

Mein persönliches Fazit: Ein voller Erfolg! Danke an alle, die uns besucht haben – und natürlich an das großartige Team für diesen wundervollen Tag. 

Anja Putterstein
Anja PuttersteinProjektsprecherin

16. Juni 2025

BEVOR DER ERSTE BAGGER ROLLT

Wenn man demnächst Baufahrzeuge in Stalldorf sieht, liegt der eigentliche Projektstart schon viele Monate zurück. Denn, bevor wir mit dem Ausbau des Umspannwerks beginnen können, passiert eine Menge nur eben nicht sichtbar.

Das Team formiert sich

Der Ausbau eines Umspannwerks braucht viele Fachleute, die Hand in Hand arbeiten. Elektroingenieure planen die technischen Anlagen, Baufachleute kümmern sich um Fundamente und Gebäude, Umweltexperten prüfen Naturschutzauflagen, Juristen verhandeln über Grundstücksrechte. Wir definieren Arbeitspakete, strukturieren Meilensteine und legen Entscheidungswege fest. So formt sich Schritt für Schritt ein leistungsfähiges, bereichsübergreifendes Team.

Planen, prüfen, vorbereiten

Parallel laufen schon die Vorarbeiten. Wir lassen den Baugrund untersuchen, prüfen auf archäologische Hinterlassenschaften und alte Kampfmittel, beauftragen Gutachten zu möglichen geschützten Tierarten, die beim Umspannwerk heimisch sein könnten und klären erste Fragen mit Behörden. Diese Phase schafft das fachliche Fundament für die weitere Planung.

Bevor es los geht

Wir sprechen frühzeitig mit der Gemeinde, mit Behörden und mit Grundstückseigentümern. Dabei ist uns Transparenz wichtig, denn Vertrauen entsteht nur durch offene Kommunikation.  

Nach monatelanger Vorbereitung wird das Projekt nun sichtbar. Die Öffentlichkeit wird informiert, Formate für Transparenz und Dialog, wie der Tag des offenen Umspannwerks, entstehen. 

Daniel SchlichtingProjektleitung
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