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Im Herbst 2021 startete TransnetBW in einem Konsortium aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Netzbetreibern das vom BMWK geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekt „BANULA“ (BArrierefreie und NUtzerfreundliche LAdemöglichkeiten schaffen). Ziel des Projektes war die Entwicklung einer Daten- und Informationsdrehscheibe für ein deutschlandweites virtuelles Bilanzierungsgebiet. Diese sollte es den Kundinnen und Kunden ermöglichen, mit ihrem eigenen Stromtarif an unterschiedlichen Ladesäulen zu laden – unabhängig davon, ob die Ladesäule zu ihrem eigenen Stromanbieter gehört.
Dieser Ansatz ermöglicht eine Vielzahl neuer Anwendungsfälle an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewirtschaft und Netzbetrieb. So können zum Beispiel auch selbst erzeugter Solarstrom oder spezielle Tarife unterwegs genutzt werden. Die Energiemengen werden gleich korrekt bilanziert, und der Netzbetreiber erhält echtzeitnah die aggregierten Ladelasten in seinem Verantwortungsbereich.
Das Forschungsprojekt basiert auf den von der Bundesnetzagentur (BNetzA) im Jahr 2021 vorgelegten „Netzzugangsregeln zur Ermöglichung einer ladevorgangscharfen bilanziellen Energiemengenzuordnung für Elektromobilität (NZR-EMob)“ . Diese sehen eine prozessuale Entflechtung der Rollen des Ladeinfrastrukturbetreibers und Stromlieferanten vor. So kann jede geladene Energiemenge ladevorgangscharf pro Ladepunkt den Bilanzkreisen von unterschiedlichen Lieferanten zugeordnet werden. Auf diese Weise nehmen E-Auto-Fahrende ihren eigenen Stromvertrag mit zur Ladesäule.
Die Energiemengen werden durch den Ladepunktbetreiber in einem virtuellen Bilanzierungsgebiet den entsprechenden Bilanzkreisen zugeordnet. Die Energiemengenzuordnung, auch Aggregationsverantwortung, war vor dem BNetzA-Beschluss ausschließlich den Netzbetreibern vorbehalten. Jetzt können auch andere Marktteilnehmende netzbetreiber-spezifische Aufgaben (hier: Aggregationsverantwortung) übernehmen. Das Projekt hat für den Betrieb eines virtuellen Bilanzierungsgebiets und für die ladevorgangscharfe Energiemengenbilanzierung eine open-source Softwarelösung entwickelt, die den Betrieb über eine zentrale Governance auf eine besonders transparente und zuverlässige Weise garantiert.
Für den Betrieb des virtuellen Bilanzierungsgebiets haben die BANULA-Partner das bestehende und etablierte OCPI-Netzwerkprotokoll, um die notwendigen energiewirtschaftlichen Daten, erweitert. Der Austausch der Ladevorgangsdaten wird über ein dezentrales Netzwerk, sogenannte BANULA-Knoten, organisiert. Jede Ladetransaktion wird hierbei kryptographisch verschlüsselt und auf unabhängigen Servern gespeichert, sodass die Energiemengenzuordnung zu den Bilanzkreisen im Nachgang überprüfbar und nicht manipulierbar ist. Dies ist insbesondere für TransnetBW als Übertragungsnetzbetreiber relevant, um den Verlust der Aggregationsverantwortung an den Markt in Teilen zu mitigieren.
Langfristig könnten beispielsweise Lieferanten, die am BANULA-Netzwerk teilnehmen, einen eigenen BANULA-Knoten betreiben und die Ladevorgangsdaten über gängige Protokolle aus dem BANULA-Netzwerk empfangen. Der Quellcode, der für die Installation auf einem eigenen Server benötigt wird, wird aus dem Forschungsprojekt heraus als Open-Source-Code zur Verfügung gestellt. Der dezentrale Ansatz in Kombination mit Open-Source-Elementen sorgt nicht nur für ein besonders zuverlässiges System, sondern schafft auch ein diskriminierungsfreies, digitales Ökosystem unter Wettbewerbern.
BANULA wurde praktisch erprobt: An sechs Standorten wurden insgesamt 25 Ladepunkte in virtuelle Bilanzierungsgebiete überführt – in den Regelzonen von TransnetBW, Amprion und 50Hertz.
Für die Pilotierung am ersten BANULA Standort in Breisach wurde unter Federführung der TransnetBW ein Hackathon auf der E-World 2023 umgesetzt.

In Zusammenarbeit mit der decarbon1ze GmbH wurde im November 2023 der erste Standort in Betrieb genommen. In Breisach wurden dabei vier Ladepunkte der Badenova in ein virtuelles Bilanzierungsgebiet überführt und gezeigt, dass der Übergang von öffentlichen Ladesäulen in das Modell des virtuellen Bilanzierungsgebietes reibungslos funktioniert und der Normalbetrieb der Ladesäulen garantiert ist. Im März 2024 wurde dann der open-source-Code aus dem BANULA-Konsortium gelauncht und an der Ladeinfrastruktur in Breisach getestet. Mit diesem Piloten wurde die technische Machbarkeit von BANULA demonstriert:
Im Laufe der Projektlaufzeit kamen weitere öffentliche, private und halb-öffentliche Standorte hinzu (siehe Abbildung 2) und es wurden diverse Anwendungsfälle getestet, darunter:

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.banula.de
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mobility4grid@transnetbw.deWie trägt TransnetBW durch Innovationen zur Energieversorgung von morgen bei? Wie begegnen wir den Anforderungen nach einem flexibleren, leistungsfähigeren Netz für die Energiewende? Mit Pilot- und Modellprojekten sowie der Entwicklung neuer Technologien und Verfahren setzten wir uns für die zuverlässige Energieversorgung der Zukunft ein.
Mehr zu unseren innovativen Projekten finden Sie unter „Innovation – Fit für die Zukunft“.