SuedLink

Erdkabelkorridor

Entscheidung über Erdkabelkorridor nach § 12 NABEG Bundesnetzagentur legt verbindlichen Erdkabel-Korridor fest

Anfang 2020 hat die Bundesnetzagentur damit begonnen, abschnittsweise den verbindlichen 1.000 Meter breiten Korridor für die SuedLink-Kabel festzulegen. Innerhalb dieses Korridors wird im Rahmen des nächsten Verfahrensschrittes, dem Planfeststellungsverfahren, der grundstücksgenaue Verlauf für SuedLink gesucht. Die Entscheidung der Behörde basiert auf Untersuchungsergebnissen von TenneT und TransnetBW zur Raum- und Umweltverträglichkeit für eine Erdkabelverlegung sowie einer weiteren Öffentlichkeitsbeteiligung im Sommer 2019. Mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur nach § 12 Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) endet die Bundesfachplanung.
Alle Entscheidungen der Behörde stehen nach Bekanntgabe auf der Seite der Bundesnetzagentur zum Download bereit.Die entsprechenden Links auf die Bescheide finden Sie hier.

Übersichtskarten § 12 NABEG

Übersichtskarten des von der Bundesnetzagentur festgelegten Erdkabelkorridors nach § 12 des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes (NABEG)

Steckbriefe § 19 NABEG

Informationen zu den untersuchten Korridorabschnitten

Seit Februar 2020 reichen TransnetBW und TenneT abschnittsweise den Antrag auf Planfeststellungsbeschluss nach § 19 NABEG bei der Bundesnetzagentur ein. In den Unterlagen sind ein erster Vorschlag für einen Verlauf der Erdkabel sowie mögliche Alternativen enthalten. Die Vorschläge für einen Leitungsverlauf liegen innerhalb des von der Bundesnetzagentur festgelegten 1.000 Meter breiten Erdkabel-Korridors.
Zusammen mit dem Antrag nach § 19 NABEG reichen TransnetBW und TenneT Steckbriefe ein, in denen die Fachplaner der ARGE SuedLink den vorgeschlagenen Leitungsverlauf für einzelne, etwa 10 Kilometer lange Segmente von SuedLink näher erläutern. Die Steckbriefe beinhalten die Herleitung und Begründung des vorgeschlagenen Verlaufs.
Die Steckbriefe bereits eingereichter § 19-Anträge finden Sie unten zum Download.

Antrag auf Planfeststellungsbeschluss

Antrag auf Planfeststellungsbeschluss und AVZ

Für den Antrag auf Planfeststellungsbeschluss hat die ARGE SuedLink mögliche Leitungsverläufe innerhalb des von der Bundesnetzagentur festgelegten Korridors vertiefend untersucht. Der Korridor wurde qualitativ und quantitativ anhand von Kriterien der Raumordnung und Bauleitplanung, der öffentlichen und privaten Belange, der Umweltschutzgüter sowie der Wirtschaftlichkeit und Bautechnik untersucht und mögliche Verläufe miteinander verglichen. Neben den Untersuchungsergebnissen enthält der Antrag daher auch einen ersten Vorschlag für einen möglichen Leitungsverlauf sowie Alternativen. Die Anträge auf Planfeststellungsbeschluss werden von TransnetBW und TenneT abschnittsweise eingereicht. Alle von der Behörde bereits geprüften Anträge finden Sie hier.


Die Allgemeinverständliche Zusammenfassung (AVZ) veranschaulicht die wesentlichen Inhalte des Antrags und fasst diese zusammen.

Planungsmethode

Vom Untersuchungsraum zum Leitungsverlauf

Die Herleitung eines für Mensch und Natur möglichst verträglichen Leitungsverlaufs, erfolgt in mehreren Stufen unter Berücksichtigung raumordnerischer, umweltfachlicher und wirtschaftlicher Kriterien.

Der Untersuchungsraum

Im ersten Planungsschritt wird der Raum zwischen den Netzverknüpfungspunkten nach Raum- und Umweltkriterien wie Siedlungen und Naturschutzgebieten sowie bautechnischen Kriterien, also zum Beispiel nach der Bodenbeschaffenheit und der Art des Geländes, analysiert und strukturiert.

In einer Widerstands-Entfernungs-Analyse werden dann Raumwiderstände in ein Verhältnis zu einem möglichst kurzen Verlauf gebracht. Auf diese Weise wird ein Raum berechnet, der möglichst kurze Verbindungen erlaubt und zugleich möglichst wenige räumliche und bautechnische Hindernisse enthält. Das Ergebnis ist ein länglicher, strukturierter Untersuchungsraum zwischen den Netzverknüpfungspunkten.

Um innerhalb des strukturierten Untersuchungsraums mögliche 1.000 Meter breite Erdkabel-Korridore zu erarbeiten, werden weitere kleinräumige oder regional vorliegende Kriterien hinzugezogen. Die Umweltplaner von TenneT und TransnetBW entwickelten zunächst ein Netz aus geeigneten Erdkabel-Korridoren. Diese wurden gemeinsam mit der Öffentlichkeit vor Ort und online diskutiert und auf Basis der gesammelten Hinweise angepasst

In der Bundesfachplanung wird dann durch eine vertiefende Raumwiderstandsanalyse und umfassende Umweltuntersuchungen ein 1.000 Meter breiter Erdkabel-Korridor festgelegt. Das zweistufige Antragsverfahren beginnt mit dem Antrag nach § 6 NABEG den der Vorhabenträger bei der Bundesnetzagentur einreicht. Er enthält einen Vorschlag für einen Erdkabel-Korridor und in Frage kommende Alternativen sowie Vorschläge zu den geplanten Inhalten der später vorzulegenden vollständigen Unterlagen nach § 8 NABEG.

In einem zweiten Schritt werden dann die Unterlagen nach § 8 NABEG erstellt. Diese enthalten u.a. den Umweltbericht der Strategischen Umweltprüfung (SUP), eine Raumverträglichkeitsstudie, die Prüfung der Natura 2000-Verträglichkeit sowie eine artenschutzrechtliche Ersteinschätzung für die zu untersuchenden Erdkabel-Korridore. Um die Belange von Mensch und Natur bei der Findung eines Erdkabel-Korridors bestmöglich zu berücksichtigen, werden in verschiedenen Bewertungsschritten einzelne Korridorsegmente analysiert und miteinander verglichen. Dem liegt ein Kriterienset zugrunde, das detaillierter und raumkonkreter ist als noch bei den Antragsunterlagen nach § 6 NABEG und zusätzliche Themen abdeckt. Dazu gehören beispielsweise eine flächendeckende Erhebung der Bauleitplanungen, der potenziell betroffenen Arten oder Abstimmungen mit den Wasserbehörden der Länder. Auf Basis dieser Untersuchungen und einer erneuten Öffentlichkeitsbeteiligung legt die Bundesnetzagentur abschnittsweise den Erdkabel-Korridor mit den geringsten Auswirkungen für Mensch und Umwelt fest. Dieser Beschluss ist verbindlich und legt den Grundstein für das anschließende zweite Genehmigungsverfahren: die Planfeststellung.

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens wird ein grundstücksgenauer Verlauf für die SuedLink-Erdkabel gesucht. Den Auftakt markiert die abschnittsweise Einreichung des Antrags auf Planfeststellungsbeschluss nach § 19 NABEG bei der Bundesnetzagentur. Der von TenneT und TransnetBW erstellte Antrag enthält einen ersten Vorschlag für einen genauen Leitungsverlauf sowie Alternativen. Außerdem werden betroffene Gebietskörperschaften, konkrete technische Angaben zum Bau und Betrieb sowie Auswirkungen auf die Umwelt beschrieben.


Darüber hinaus beinhaltet der Antrag auch einen Vorschlag für weitere vertiefende Untersuchungen im Rahmen des weiteren Planfeststellungsverfahrens. Auf Grundlage dieser Prüfungen und weiterer Öffentlichkeitsbeteiligungen legt die Bundesnetzagentur zum Ende der Planfeststellung den konkreten Verlauf für die Erdkabel fest.

Planungsdaten einsehen

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Mit unserem kartenbasierten Online-Tool haben Sie die Möglichkeit, sich den aktuellen Planungsstand und alle relevanten Kriterien anzeigen zu lassen. So können Sie sehen, in welchem Abschnitt der Erdkabel-Korridor für die Detailplanung im Planfeststellungsverfahren schon feststeht und wo der Vorschlagskorridor von TransnetBW und TenneT noch von der Bundesnetzagentur geprüft wird.

Darüber hinaus laden wir Sie ein, sich am nächsten Schritt der Planung, der Entwicklung des genauen Trassenverlaufs innerhalb der derzeit 1.000 m breiten Erdkabelkorridore, zu beteiligen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dieser Beteiligungsmöglichkeit um ein zusätzliches Angebot der Vorhabenträger handelt und nicht die Beteiligung am formellen Genehmigungsverfahren der Bundesnetzagentur ersetzt.

Für die Entwicklung des genauen Trassenverlaufs sind wir interessiert sowohl an Hinweisen zu Besonderheiten im Raum als auch an Vorschlägen für einen Verlauf der Erdkabel innerhalb des Korridors. Folgende Hinweise sind beispielsweise für die Planung von besonderem Interesse:

  • Geplante Ausweisungen (v.a. Schutzgebiete und Siedlungsplanungen - Bauleitplanung)
  • Hinweise zu relevanten geplanten / genehmigten Planungen Dritter wie z.B. neue Straßen oder Wege
  • Neue Windenergieanlagen, die über die Kommune genehmigt werden
  • Flächen, die mit Kompensationsmaßnahmen oder Entwicklungsplanungen belegt sind oder dafür vorgehalten werden
  • Hinweis zu besonderen gewerblichen Standorten (Störfallanlagen), die eine besondere Empfindlichkeit (Abstandsregelungen) gegenüber Erschütterungen aufweisen, z.B. Feuerwerksfabriken und -lager
  • Hinweise zu (großflächigen) stark munitionsbelasteten Flächen
  • Einzugsbereiche von Wasserschutzgebieten, Hausbrunnen und Quellfassungen
  • Hinweise zu Sonderkulturen, die nicht dauerhaft verortet sind
  • Hinweise auf Artvorkommen
  • Hinweise auf besondere Bodenverhältnisse
  • Bündelungsoptionen, die sich aus lokaler Sicht anbieten würden, aber noch nicht berücksichtigt werden konnten, da sie den Vorhabenträgern z.B. aus Daten- oder Geheimhaltungsgründen von Betreiberseite nicht lagegenau bekannt gemacht wurden
  • Hinweise zu großflächigen Drainage-, Be- und Entwässerungssystemen, Dauerversuchsflächen

Hier können Sie nachlesen, welche Ziele und Vorgaben für die Entwicklung des genauen Leitungsverlaufs innerhalb der Korridore berücksichtigt werden müssen.

Bitte beachten Sie, dass im Antrag auf Planfeststellungsbeschluss nach § 19 Ihre Vorschläge noch nicht aufgenommen werden können. Sie haben aber die Möglichkeit, im Rahmen der Antragskonferenzen im Planfeststellungsverfahren Ihre Vorschläge für einen konkreten Leitungsverlauf gegenüber der Bundesnetzagentur vorzubringen.

TransnetBW und TenneT werden alle Vorschläge aus der informellen wie auch aus der formellen Öffentlichkeitsbeteiligung prüfen und nutzen, um einen bestmöglichen Verlauf vor Ort vorzulegen.

Kartierungen

Erfassung der Tier- und Pflanzenwelt im Erdkabel-Korridor

TransnetBW und TenneT haben im Frühjahr 2019 damit begonnen, innerhalb des bei der Bundesnetzagentur eingereichten Vorschlagskorridors erste biologische Kartierungen von Tieren und Pflanzen durchführen zu lassen. Mit der Erfassung von Vegetationen und tierischen Lebensräumen prüfen die Vorhabenträger, ob in bestimmten Gebieten des Korridors ein raum- und umweltverträglicher Leitungsverlauf möglich wäre.

Die von externen Fachbüros durchgeführten Kartierungen werden in der Regel zu Fuß auf öffentlichen Wegen durchgeführt. Dabei bewegen sich die Kartierenden langsam und unauffällig durch das zu untersuchende Gebiet und notieren ihre optischen und akustischen Wahrnehmungen. Für einige Tiergruppen werden zusätzliche Hilfsmittel ausgelegt. So werden z. B. bei Fledermäusen nachts Fangnetze aufgestellt und dauerhaft betreut, um eingefangene Tiere sofort wieder befreien zu können. Mit Tagesbeginn wird das Netz wieder abgebaut. Wie eine biologische Kartierung im Detail abläuft, können Sie sich in unserem Videotagebuch „Dem Hasenohr auf den Fersen“ ansehen.

Frühzeitige Information und Abstimmung

Die Dauer einer Kartierung hängt vom Untersuchungsgegenstand und regionalen Gegebenheiten, wie den Lebenszyklen der Flora und Fauna oder der Witterung ab. Alle Untersuchungen werden umsichtig und schonend durchgeführt, so dass keine Schäden an den Flächen oder deren Bewuchs entsteht. Die Kartierungen werden zudem eng mit den zuständigen Oberen und Unteren Naturschutzbehörden abgestimmt.

Kartierberichte Bestandteil der Planfeststellungsunterlagen

Ab Februar 2020 werden innerhalb des Vorschlagskorridors weitere vertiefende Kartierungen durchgeführt, die dazu beitragen, den genauen Leitungsverlauf im Rahmen des Planfeststellungsverfahren zu finden. Im Vorfeld der Kartierungen werden diese öffentlich bekanntgegeben. Die Untersuchungsberichte der Kartierenden fließen dann mit in die Planfeststellungsunterlagen ein, die TenneT und TransnetBW im Rahmen des Verfahrens bei der Bundesnetzagentur einreichen werden.

Bodenuntersuchungen

Im Rahmen der Vorbereitungen des Planfeststellungsverfahrens werden umfangreiche Bodenuntersuchungen durchgeführt. Diese beginnen im zweiten Halbjahr 2020. Die Ergebnisse aus diesen bodenkundlichen Feld- und Laborerfassungen ergänzen die bereits vorhandenen Datengrundlagen und bestimmen über die Art des Verfahrens und des Maschineneinsatzes bei den Verlegearbeiten. Sie sind keine Vorfestlegung auf einen bestimmten Leitungsverlauf, sondern dienen der Überprüfung der bautechnischen Machbarkeit der Vorschläge. Ist diese Machbarkeit gegeben, kann aus bautechnischer Sicht mit den Vorschlägen weitergeplant werden. Andernfalls müssen entweder andere technische Verfahren oder neue Verläufe geprüft werden. Die Entscheidung über den Leitungsverlauf trifft die Bundesnetzagentur.

Archiv

Im Archiv finden Sie ältere Planungsstände zum SuedLink:
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