Grafenrheinfeld-Kupferzell-Großgartach

Umfang

Ziel

Erhöhung der Übertragungskapazität im Nordosten von Baden-Württemberg

Status

TransnetBW hat den Antrag nach §6 NABEG für die Eröffnung der Bundesfachplanung bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Nach Antragstellung erfolgte eine Antragskonferenz in Weinsberg. Die Bundesnetzagentur hat im nächsten Verfahrensschritt nun den Untersuchungsrahmen gem. § 7 Abs. 4 NABEG für den Abschnitt 3 des Vorhabens festgelegt und an TransnetBW übermittelt.

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Weiterführende Inhalte

Auf der Seite netzausbau.de der Bundesnetzagentur finden Sie das Vorhaben Nr. 20 auf einen Blick.

 

Aktuelles

TransnetBW wird bis voraussichtlich Ende November 2018 die von der Bundesnetzagentur geforderten Untersuchungen durchführen und die Ergebnisse wieder an die Bundesnetzagentur übermitteln.

Projektbeschreibung

Im Rahmen des Netzausbaus für die Energiewende plant die TransnetBW gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO zwischen Großgartach und Grafenrheinfeld eine 380-kV-Netzverstärkung. Diese Netzverstärkung dient zur Erhöhung der Übertragungskapazität im Nordosten von Baden-Württemberg und Bayern. Die Gesamtstreckenlänge des Projektes beträgt circa 158 km. Der Leitungsverlauf im Verantwortungsbereich der TransnetBW – von Großgartach über Kupferzell zum Punkt Rittershausen hat eine Streckenlänge von circa 98 km und betrifft zwei Leitungsanlagen.

Mit dieser Netzverstärkung auf 380 kV wird das Übertragungsnetz in der Region noch leistungsfähiger gemacht. Die Netzverstärkung geschieht nach dem NOVA-Prinzip (s. S. 7). Daher ist von Seiten der TransnetBW GmbH beabsichtigt, das Vorhaben weitestgehend in bestehender Trasse zu realisieren.

Wie genau die Netzverstärkung realisiert wird, legt die Bundesnetzagentur in den für dieses Vorhaben gesetzlich definierten Genehmigungsverfahren – der Bundesfachplanung und dem Planfeststellungsverfahren – fest. Sie ist die zuständige Genehmigungsbehörde für alle Vorhaben aus dem Bundesbedarfsplan, die durch mehrere Bundesländer oder ins Ausland führen.

Der Netzknoten Großgartach/Leingarten

Der Netzknoten Großgartach/Leingarten

Die Maßnahmen im Überblick

Die Netzverstärkung gliedert sich in folgende Maßnahmen:

Grafenrheinfeld – Kupferzell
Zwischen Grafenrheinfeld und Kupferzell (Abschnitt 1 + 2) verläuft eine 380-kV-Gemeinschaftsleitung von Tennet TSO und TransnetBW. In diesem Abschnitt ist vorgesehen, auf der Bestandsleitung einen zusätzlichen 380-kV-Stromkreis aufzulegen. Der Leitungsabschnitt von Punkt Rittershausen bis Kupferzell liegt im Netzgebiet der TransnetBW (siehe Abbildung Gesamtmaßnahme).

Großgartach – Kupferzell
Zwischen den beiden Umspannwerken in Großgartach und in Kupferzell betreibt die TransnetBW eine Leitungsanlage, die momentan mit einen 220-kV- und einem 380-kV-Stromkreis belegt ist. Zukünftig sollen zwei 380-kV-Stromkreise zwischen den beiden Umspannwerken betrieben werden. Aus statischen Gründen ist die vorhandene Leitungsanlage aber nicht dafür ausgelegt zwei 380-kV-Stromkreise zu tragen. Daher ist ein Ersatzneubau der bestehenden Leitungsanlage weitestgehend in bestehender Trasse geplant.

Gesamtmaßnahme

Gesamtmaßnahme

Notwendigkeit und gesetzliche Grundlage der 380-kV-Netzverstärkung im Nordosten von Baden-Württemberg

Als Übertragungsnetzbetreiber ist die TransnetBW gemäß § 11 Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet, in ihrem Verantwortungsgebiet ein sicheres und leistungsfähiges Energieversorgungsnetz zu betreiben, zu warten und bedarfsgerecht auszubauen.

Der Ausbaubedarf wird im Netzentwicklungsplan Prozess regelmäßig ermittelt und überprüft. Der Netzentwicklungsplan (NEP) führt alle Maßnahmen im deutschen Übertragungsnetz auf, die auf Grundlage der erforderlichen Prognose für Verbrauch und Erzeugung (Szenariorahmen) in den kommenden zehn Jahren von den Übertragungsnetzbetreibern ermittelt wurden. Das Vorhaben „380-kV-Netzverstärkung Großgartach – Kupferzell – Grafenrheinfeld“ ist seit 2012 im Netzentwicklungsplan Strom unter dem Namen „P48 Netzverstärkung im Nordosten von Baden-Württemberg und Bayern“ fest verankert und wurde seitdem auch in den Folgejahren bestätigt. In der aktuellsten bestätigten Version (Netzentwicklungsplan 2014) ist die Netzverstärkung eine sogenannte Zubaumaßnahme zum Startnetz, deren Notwendigkeit sich in den betrachteten Szenarien zeigt.

Netzplanung

Die betroffenen Leitungsanlagen erfüllen eine wichtige Transportfunktion in Nord-Süd-Richtung. Mit der vorgesehenen Netzverstärkung wird eine Überlastung vermieden, die im Zuge der Energiewende in Süddeutschland zu erwarten ist. Es zeigt sich in den Szenarien der Netzentwicklungspläne, dass es ohne die 380-kV-Stromkreisauflage zwischen Kupferzell und Grafenrheinfeld sowie ohne einen zusätzlichen 380-kV-Stromkreis zwischen Kupferzell und Großgartach auf den Leitungsanlagen zu unzulässigen Überlastungen kommt. Gerade durch den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien in der Region (Fotovoltaik und Windkraftanlagen) ergibt sich hier ein weiterer Netzausbaubedarf. Somit trägt die Netzverstärkung zur Integration der in der Region erzeugten erneuerbaren Energie in das Übertragungsnetz bei. Hierfür dient auch der Umbau des Umspannwerks Stalldorf.

Die Leitung zwischen Kupferzell und Grafenrheinfeld ist ein Bindeglied zwischen TenneT und TransnetBW für Leistungsflüsse auch aus den neuen Bundesländern von Altenfeld (Thüringen) über Grafenrheinfeld (Bayern) nach Baden-Württemberg. Auch bei einer Zuschaltung der beiden bestätigten Gleichstrom-Verbindungen SuedLink nach Grafenrheinfeld und Großgartach zeichnet sich keine Verringerung der Leistungsflüsse auf diesem Abschnitt ab.

Bundesrat und Bundestag haben die Maßnahme 2013 in das Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) unter der Vorhaben Nummer 20 aufgenommen. Damit wurde die energiewirtschaftliche Notwendigkeit und der vordringliche Bedarf des Projektes bestätigt und gesetzlich festgestellt. Mit der Aufnahme des Vorhabens in das BBPlG ist die TransnetBW verpflichtet, die Maßnahme umzusetzen.

Trassenkorridorvorschlag Großgartach – Kupferzell

Trassenkorridorvorschlag Großgartach – Kupferzell

Der Trassenkorridorverlauf

Der Trassenkorridor der 380-kV-Bestandsleitung verläuft vom Netzverknüpfungspunkt Großgartach/Leingarten ausgehend in nordöstliche Richtung vorbei an Neckarsulm und Neuenstadt am Kocher, anschließend in östlicher Richtung über Ohrnberg, Zweiflingen und Kirchensall bis zum Netzverknüpfungspunkt Kupferzell. Der Naturraum wird überwiegend geprägt von kleineren Siedlungen und Städten, größerer Ballungsraum ist Heilbronn. Weiterhin verläuft der Trassenkorridorführung größtenteils über Ackerflächen beziehungsweise landwirtschaftlich genutzten Flächen. In Neckarsulm wird eine Teilfläche des Gewerbe- und Industrieparks Bad Friedrichshall GmbH gequert, bei Ohrnberg zwei Teilflächen des FFH-Gebiets „Ohrn-, Kupfer- und Forellental“. Westlich von Heilbronn kreuzt der Trassenkorridor die Bundesautobahn A 6 und nördlich von Hardthausen am Kocher die Bundesautobahn A 81. Neben der Neckarquerung bei Neckarsulm und der Kocherquerung bei Ohrnberg werden an vier weiteren Stellen kleinere Zuläufe von den genannten Flüssen gequert.

Weitere Massnahme in der Region

Im Nordosten von Baden-Württemberg und in den angrenzenden bayerischen Landesteilen erfolgte in den letzten Jahren ein starker Zubau erneuerbarer Energien. Vor allem Windkraft und Fotovoltaikanlagen wurden ausgebaut. Der von diesen Anlagen in das Verteilnetz eingespeiste Strom bringt selbiges an seine Kapazitätsgrenzen. Es sind regelmäßig Eingriffe in den Netzbetrieb notwendig, um die Netzstabilität aufrechtzuerhalten. Um hier Verbesserungen zu erreichen, werden die bestehenden Leitungen zwischen Königshofen und Stalldorf sowie zwischen Elpersheim und Stalldorf verstärkt sowie das Umspannwerk Stalldorf neu gebaut.

NOVA-Prinzip

Die Abkürzung NOVA steht für Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau. Das bedeutet, dass zunächst versucht wird, den bestehenden Betrieb von Leitungen zu optimieren. Reicht dies als Maßnahme nicht aus, werden Verstärkungsmöglichkeiten geprüft. Erst wenn auch eine Verstärkung nicht mehr ausreicht, werden Netzneubau-Maßnahmen in Betracht gezogen.

NOVA-Prinzip

Genehmigungsverfahren und Öffentlichkeitsbeteiligung

Wie jedes Netzbauprojekt durchläuft auch die 380-kV-Netzverstärkung Grafenrheinfeld - Großgartach ein umfangreiches Genehmigungsverfahren in mehreren Schritten, bevor mit dem Bau begonnen werden darf. Im Laufe dieses mehrere Jahre dauernden Prozesses wird sichergestellt, dass alle für das Projekt wichtigen Themen berücksichtigt werden.

Die Netzverstärkung ist eine länderübergreifende Maßnahme – sie wird deshalb im Rahmen der Bundesfachplanung und des anschließenden Planfestellungsverfahrens durch die Bundesnetzagentur genehmigt.

Der TransnetBW ist es dabei wichtig, bereits in der Vorplanungphase noch vor Start der öffentlich-rechtlichen Genehmigungsverfahren mit der Politik, den Behörden, den Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie mit den Bürgern in Dialog zu treten, um gegebenenfalls planungsrelevante Hinweise bereits in dieser Phase aufzunehmen und zu prüfen.

Genehmigungsverfahren

Die Vorplanungsphase

Voraussetzung für den Start des Verfahrens ist eine umfassende Vorplanung. Ziel dieser Vorplanung ist die Erarbeitung eines Trassenkorridorvorschlags. Ein Trassenkorridor bezeichnet einen 1.000 Meter breiten Streifen, in dem die Trasse verlaufen soll. Bei der Auswahl des Korridors berücksichtigt TransnetBW nicht nur technische und wirtschaftliche Aspekte, sondern auch Auswirkungen auf Mensch, Natur und Landschaftsbild. Bereits in dieser Phase bezieht TransnetBW die Öffentlichkeit ein, um Hinweise und Anregungen aus der Bevölkerung für einen Trassenkorridorvorschlag und mögliche Alternativen aufzunehmen. Aufgrund der Vorprägung durch die bereits bestehende 220-/380-kV-Leitungsanlage der TransnetBW verläuft der Trassenkorridorvorschlag für den dritten Abschnitt (Kupferzell – Großgartach) überwiegend in der Bestandstrasse. Nach Abschluss von Voruntersuchungen hat TransnetBW Ende 2016 einen ersten Antrag auf Bundesfachplanung für den Abschnitt 3 bei der Bundesnetzagentur gestellt. Für die Bundesfachplanung sind insgesamt drei Anträge vorgesehen:

  • Zubeseilung im Netzgebiet der TenneT (Abschnitt 1)
  • Zubeseilung im Netzgebiet der TransnetBW (Abschnitt 2)
  • Ersatzneubau im Netzgebiet der TransnetBW (Abschnitt 3)

Erster Genehmigungsschritt: Die Bundesfachplanung

Ziel der Bundesfachplanung ist die Festlegung eines Trassenkorridors, in dem die spätere Detailplanung erfolgt. Innerhalb dieses Verfahrens sieht der Gesetzgeber zahlreiche Möglichkeiten für die Beteiligung der Öffentlichkeit vor. Nach Einreichen des Antrags durch die TransnetBW richtet die Bundesnetzagentur eine oder mehrere Antragskonferenzen aus. Hierzu lädt sie Vereinigungen und Träger öffentlicher Belange ein. Darüber hinaus kann auch jeder interessierte Bürger teilnehmen. Bei der Konferenz werden Informationen zur Raum- und Umweltverträglichkeit des Trassenkorridorvorschlags und zu dessen Alternativen gesammelt. Ein erster Termin hat am 22. März 2017 bereits in Weinsberg stattgefunden.

Im Ergebnis wird nach der Antragskonferenz in einem Untersuchungsrahmen festgelegt, welche Unterlagen und Gutachten der Übertragungsnetzbetreiber noch vorlegen muss. Im Austausch mit Behörden, Vereinigungen und Öffentlichkeit sollen die Anforderungen an die Planung möglichst frühzeitig geklärt werden. Dieser Untersuchungsrahmen wurde im Mai 2017 von der Bundesnetzagentur festgelegt und ist unter netzausbau.de/vorhaben20 veröffentlicht.

Im Rahmen der Bundesfachplanung wird eine strategische Umweltprüfung durchgeführt, die zusammen mit den vollständigen Antragsunterlagen öffentlich ausgelegt wird. Hierzu kann jeder Stellung nehmen. Die Bundesnetzagentur prüft alle eingehenden Stellungnahmen und behandelt sie im Rahmen eines Erörterungstermins mit den Einwendern, Behörden, Vereinigungen und dem Vorhabenträger.

Den Abschluss der Bundesfachplanung bildet die Entscheidung der Bundesnetzagentur für einen konkreten Trassenkorridor. Die Behörde wägt dafür alle vorgebrachten Argumente ab. Der in der Bundesfachplanung festgelegte Trassenkorridor ist verbindlich für das anschließende Planfeststellungsverfahren und wird in den Bundesnetzplan aufgenommen. Die TransnetBW hat einen ersten Antrag auf Bundesfachplanung Ende 2016 eingereicht.

Zweiter Genehmigungsschritt: Das Planfeststellungsverfahren

Das Planfeststellungsverfahren folgt der Bundesfachplanung. Hier wird der ermittelte Trassenkorridor weiter präzisiert, damit die konkrete Planung der Netzverstärkung anschließend umgesetzt werden kann.

Wie die Bundesfachplanung wird auch das Planfeststellungsverfahren auf Antrag der TransnetBW als Vorhabenträger eröffnet. Die einzelnen Schritte im Verfahren sind dabei der Bundesfachplanung ähnlich. So erfolgt auch im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens eine formelle Öffentlichkeitsbeteiligung. Den Abschluss bildet die konkrete Genehmigung des Vorhabens. Danach kann TransnetBW mit den betroffenen Grundstückseigentümern ins Gespräch gehen und mit dem Bau beginnen.

Die Bundesfachplanung

Bundesfachplanung

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